Digitalisierung erfordert einen Kulturwandel im Werkzeug- und Formenbau

[Blogtitel] Digitalisierung erfordert einen Kulturwandel im Werkzeug- und Formenbau [Beschreibung]Digitalisierung bedeutet einen Kulturwandel, der ein komplett neues Denken bei allen Mitarbeitern im kompletten Unternehmen notwendig macht. [Bildquelle] istock 17097256 Das Bild zeigt zwei Hände, die zu einem Ausschnitt geformt sind, durch die ein Betrachter durchschaut.
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Die fortschreitende Digitalisierung verändert der Gesellschaft nachhaltig und erfordert Mut zum Wandel von Fach- und Führungskräften.

Digitalisierung bedeutet Kulturwandel

Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft stehen wir vor einem sehr großen Kulturwandel, der alle Bereiche des privaten, aber auch des beruflichen Lebens tangiert. Aber was bedeutet nun dieser Wandel bzw. die „Digitale Transformation“?

Wie geht man hier vor? Gibt es bereits Praxiserfahrungen, die man adaptieren kann? Das Thema „Digitale Transformation“ ist neu und daher gibt es noch nicht viele Erfahrungswerte.

Aktuell sind es eher die großen, multi-nationalen Unternehmen, die sich mit dem Thema beschäftigen. Wenn man denkt, dass das Thema bei den Großunternehmen auf breiter Basis angegangen wird, so täuscht man sich, denn nur 41% der Unternehmen verfügen über eine Digitalisierungsstrategie. Bei der Befragung von 100 Topmanagern gaben nur 12% an, dass sie durch die Digitalisierung disruptive Auswirkungen erwarten würden.

Mut erforderlich

Interessant zu beobachten, dass sich viele Digitalisierungsbemühungen primär auf die Optimierung interner Abläufe konzentrieren. Eine kundenzentrische Ausrichtung der Prozesse geschieht noch zu wenig. Die Ziele der Digitalisierung haben oft eine Reduzierung der Kosten und damit eine Steigerung der Profitabilität im Blick.

Eine Neuausrichtung des Geschäftes mit neuen Umsatzfeldern steht nur sehr selten im Fokus. Sollte dies dennoch der Fall sein, dann steht das traditionelle Geschäftsmodell mit einem möglichen neuen Geschäftsansatz oft in einer konkurrierenden Situation. Um die Dimensionen der Digitalisierung zu verstehen, ist eine Selbstkannibalisierung notwendig.

Nur wenn man alle Produkte, Dienstleistungen und die ganze Wertschöpfungskette in Frage stellt, wird man erfolgreiche Antworten finden und in der Lage sein, den Wandel erfolgreich bestreiten.

KMU müssen aufholen

Wirft man einen Blick auf die für Deutschland so typischen und wichtigen, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), dann wird man feststellen, dass man sich mit dem Thema noch nicht intensiv befasst hat. Zur Wahrnehmung der Begriffe „Digitalisierung“ bzw. „Digitale Transformation“ gibt es unterschiedliche Studien mit unterschiedlichen Aussagen.

Je nachdem, welche Studie man liest sind die Begriffe mehr oder weniger bekannt. Viele, gerade kleinere Werkzeug- und Formenbauer, die klassisch eine Unternehmensgröße von weniger als zwanzig Mitarbeitern haben, sind mit diesem Themenkomplex noch zu wenig vertraut. Was die Themen bedeuten, welche Auswirkungen diese haben, wohin die Reise geht und wie man sich als Unternehmen darauf neu ausrichtet ist vielen Unternehmen und Unternehmern noch nicht umfassend bewusst bzw. bekannt.

Kunden im Fokus

Auf jeden Fall ist es wichtig zu verstehen, dass „Digitalisierung“ nicht ein Projekt im klassischen Sinn ist, wo Start, Ende, Aufgaben und Ressourcen für einen definierten Zeitraum klar definiert sind.

Die „Digitale Transformation“ ist vielmehr ein kultureller Wandel der das gesamte Unternehmen betrifft – von der Unternehmensleitung bis zum einzelnen Mitarbeiter quer durch die Organisation.

Digitalisierung ist nicht nur ein kultureller Wandel – es ist auch ein fortlaufender Prozess der vorläufig kein Ende hat. Mit der Digitalisierung wird das komplette Unternehmen auf den Kopf und auf den Prüfstand gestellt. Sämtliche Prozesse müssen komplett überdacht, digitalisiert und auf den Kunden ausgerichtet werden.

Neue Wege gehen

Dabei ist es wichtig, sich von alten Denkmustern wie „das haben wir immer schon so gemacht“ zu verabschieden und Änderungen als Teil einer Innovationskultur zuzulassen. Alte, ausgetrampelte Pfade müssen verlassen werden. Das bedeutet auf jeden Fall nicht, dass alles schlecht oder falsch war. Das bedeutet nur, dass die “Digitale Transformation” komplett neue Wege erforderlich macht.

Nur so haben Unternehmen eine realistische Chance, diesen Wandel erfolgreich zu beschreiten. Dazu gehört es auch, Risiken als Teil der Unternehmenskultur einzugehen, Fehler zu tolerieren und aus diesen entsprechend wieder zu lernen. Gerade weil bei der Digitalisierung Neuland betreten wird, werden Fehler und Fehlentscheidung unausweichlich sein. Die Risiken müssen in Bezug auf mögliche Folgen und Kosten untersucht und bewertet werden.

Sorgen und Ängste

Der Chef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, wurde vor kurzem in der Presse mit den Worten „Deutschland hat die erste Halbzeit der Digitalisierung verloren“ zitiert. Daher heißt es, Eigeninitiative zeigen und investieren, denn die zweite Halbzeit läuft schon. Unausweichlich wird es sein, dass sich Unternehmen bzw. Unternehmer mit dem Thema „Digitale Transformation“ inhaltlich auseinandersetzen.

Zunächst muss die Digitalisierung verstanden werden um in einen zweiten Schritt dann zu verstehen, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf den Markt bzw. das eigene Unternehmen hat. Mit einer entsprechenden Standortbestimmung und einer nachgelagerten Ideenfindungsphase wird es so möglich sein, einen ersten Plan zur weiteren Vorgehensweise zu entwerfen um die nächsten konkreten Schritte zu gehen.

“Digitale Transformation” bedeutet Veränderungen und Veränderungen lösen oft Ängste aus. Daher ist es elementar wichtig, die Mitarbeiter frühzeitig mit ins Boot zu holen, sie zu informieren und entsprechend zu integrieren. Das Unternehmen sind die Mitarbeiter – die Mitarbeiter sind das Unternehmen. Nur mit ihnen wird der Wandel glücken.

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Digitalisierung bedeutet einen Kulturwandel, der ein komplett neues Denken bei allen Mitarbeitern im kompletten Unternehmen notwendig macht.
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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung. Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur. Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur. Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert. Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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