Digitale Disruption – Google und Apple verändern die Spielregeln

[Blogtitel] Digitalisierung und Disruption - Google und Apple verändern die Spielregeln [Beschreibung]Mit der fortschreitenden Digitalisierung dringen beispielsweise mit Google und Apple neue Wettbewerber in andere Branchen vor und verändern Spielregeln. [Bildquelle] istock 4107455 Das Bild zeigt einen Monitor in den digitale Daten hineinfliessen
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Mit der fortschreitenden Digitalisierung dringen beispielsweise mit Google und Apple neue Wettbewerber in andere Branchen vor und verändern Spielregeln.

Fortschreitende Digitalisierung

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft schreitet immer weiter voran. In diesem Zusammenhang steht auch die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0), der Einzug vom Internet in die Fabrik. In der Presse wird aktuell viel darüber diskutiert, ob es sich nun um eine Revolution oder eher eine Evolution handelt. Hier gehen die Meinungen deutlich auseinander. Wenn man nur die Fabrik mikroskopisch betrachtet, könnte man der Meinung sein, dass die Änderungen evolutionär verlaufen würden. Aber wirft man einen makroskopischen Blick auf die gesamten Entwicklungen in der Welt, dann ändert sich das Bild.

Neue Wettbewerber

Aktuell verdichten sich die Gerüchte, dass Apple ein iCar plant und damit 2020 die Straßen zu erobern. Apple als Autohersteller? Das mag auf den ersten Blick nicht passen. Aber wenn man einen Blick auf die letzten Entwicklungen von Apple blickt, dann stellt man fest, dass diese immer erfolgreich und auch disruptiv verliefen. Mit iTunes haben sie die Musikindustrie revolutioniert, der iPod hat sich als Standard MP3-Player erfolgreich etabliert, das iPhone hat mit dem App-Store den Telekommunikationsmarkt nachhaltig verändert und das iPad hat den Tablets zum Durchbruch verholfen. Nun ist ein Auto sicherlich nicht mit einem iPod, iPad oder iPhone vergleichbar, aber es ist Apple zuzutrauen, dass sie auch das iCar zum Erfolg führen werden.

IT verändert

Aber genau das ist es, was man unter Disruption versteht. Die alte Ordnung mit dem Denken in Branchen gibt es nicht mehr. Apple und Google sind IT-, Audi und BMW sind Automobil- sowie ABB und Kuka sind Roboterindustrie. Das war gestern. Heute drängen IT-Firmen in andere, fremde Branchen ein und verändern dort nachhaltig die Spielregeln. IT-Firmen wie Apple und Google verfügen über astronomisch wirkende Reserven an Bargeld. Alleine bei Apple Reserven in Höhe von 178 Mrd. US-$. Damit könnte man einen großen Teil der sich im DAX befindlichen Unternehmen kaufen, so kostet

  • Lufthansa 6 Mrd. EUR,
  • ThyssenKrupp 12 Mrd. EUR und
  • RWE 14 Mrd. EUR.

Der gesamte deutsche Maschinen- und Anlagenbau erwirtschaftet einen Umsatz von 200 Mrd. EUR. Die Zahlen untermauern ein wenig die Kräfteverhältnisse in der IT-Welt. Und wir reden hier nur über ein Unternehmen – Apple und die Cash-Reserven werden von Quartal zu Quartal immer größer.

Fokus Zukunft

Google und Apple schauen heute bereits auf das Wachstum von morgen und breiten sich daher in anderen Branchen aus. So ist es nicht verwunderlich, dass Google durch einen Kauf von Nest, einem Thermostat-Hersteller, in das Smart Home eindringen möchte. Auch Google plant ein selbstfahrendes Auto, das bereits auf den Straßen in Kalifornien unterwegs ist. Darüber hinaus hat Google acht Roboterfirmen gekauft und ist in der Zwischenzeit in den 50 größten Roboterfirmen der Welt neben so traditionellen Marken wie ABB, Fanuc, Kuka und Yaskawa angekommen.

Diese Beispiele verdeutlichen ein wenig, was gerade passiert und es untermauert, dass die Branchen ordentlich durcheinander gewirbelt werden und kein Stein mehr auf dem anderen bleiben wird. Aber was kann man nun als deutsches Unternehmen tun? Jammern? Sich gegen die Digitalisierung wehren? Zwecklos! Eine Auswahl haben wir an dieser Stelle nicht.

Disruptive Dampfmaschine

Lassen Sie uns abschließend die Uhr 200 Jahre zurückdrehen. Wir schreiben das 1811, als sich die Maschinenstürmer zum Widerstand formierten. Sie wehrten sich gegen die aufstrebende Mechanisierung durch die Dampfmaschine. 1712 von Thomas Newcomen entwickelt und 1776 von James Watt optimiert, trat diese neue Technologie zu Ihrem Siegeszug in der Textilindustrie und im Bergbau an. Die Maschinenstürmer wurden von Ihrem legendären Anführer Ned Ludd angeführt. Ihr Ziel war überwiegend die Textilindustrie. Durch den fortschreitenden Einsatz von Maschinen und die einsetzenden industrielle Revolution hatten die Arbeiter die Befürchtung, Ihre Arbeit und Ihren sozialen Status zu verlieren.

Angst ist menschlich

Diese Ängste sind absolut verständlich. In der heutigen Zeit sind in Ansätzen bereits ähnliche Ängste erkennbar. Aber damals gab es ebenfalls keine Alternative zur Dampfmaschine. Die Technik trat Ihren Siegeszug an und hat eines sicherlich nicht – die Arbeiter aus der Fabrik verbannt. Das gleiche wird auch nicht in der vierten industriellen Revolution passieren. Eines ist sicher – die Anforderungen an die Arbeiter werden sich verändern und auf diese muss man sich, beispielsweise durch entsprechende Qualifizierung, einstellen. Einfache Tätigkeiten werden heute wie damals, zunehmend mehr durch Automatisierung wegfallen. So sollten wir positiv in die Zukunft blicken, uns auf diese einstellen und alle Maßnahmen ergreifen, um die Chancen und Potentiale zu nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung. Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur. Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur. Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert. Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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