Google zieht in das Smart Home ein

[Blogtitel] Google zieht in das Smart Home ein [Beschreibung]In den letzten Monaten hat Google intensiv in Firmenübernahmen aus den Bereichen Big Data, Künstliche Intelligenz, Roboter und Smart Home investiert. [Bildquelle] istock 45660684 Das Bild zeigt ein Tablet zur Steuerung des Smart Home
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In den letzten Monaten hat Google sehr intensiv in Firmenübernahmen aus den Bereichen BigData, Künstliche Intelligenz, Satelliten-Technik, Roboter und Smart Home investiert.

Nest und Smart Home

Darüber hinaus gibt es einen interessanten Zukauf aus dem Bereich Smart Home. Grund genug, das Thema ein wenig zu beleuchten. Mit Nest hat Google für 3.2 Mrd. US-$ eine Firma übernommen, die Thermostate und Rauchmelder im Portfolio haben. Für 555 Mio. US-$ hat Nest seinerseits mit Dropcam einen Hersteller für Überwachungskameras und Sensoren übernommen. Das Unternehmen hat aktuell 130 Mitarbeiter und wurde erst 2010 von Tony Fadel gegründet. Aktuellen Schätzungen zu Folge verkauft Nest zurzeit etwa jährlich 500.000 Geräte. Analysten gehen davon aus, dass Nest in 2017 bereit 24 Mio. Geräte jährlich verkaufen könnte.

Vom iPhone zum Thermostat

CEO Fadel kam von Apple und hatte seinerzeit das erste iPhone und das iPad gestaltet. So ist es nicht verwunderlich, dass Fadel sehr schön gestaltete Produkte entwickelt hat, denn in der Regel sehen Thermostate eher unspektakulär bis langweilig aus. Design ist wichtig und mitentscheidend für den Kauf – aber erfolgsentscheidend ist die Usability. Wenn Apple eines bewiesen hat, dann einfache und anwenderfreundliche Produkte zu bauen. Aktuelle Home-Steuerungen sind zu kompliziert und 90% der Anwender bedienen diese nicht richtig bzw. haben Probleme damit.

Intelligentes Smart Home

Der Weg ist klar – Google möchte das Smart Home der Zukunft ausstatten und mit dem Internet verbinden. Die Potentiale sind offensichtlich. Gerade im Umgang mit der Regelung von Temperatur gibt es viele Möglichkeiten, Einsparungen zu erzielen. Die Nest-Thermostate sind intelligent, lernfähig und erkennen gewisse Muster, wann die Wärme beispielsweise hoch- und auch wieder heruntergeregelt wurde. Sensoren können weitere Eigenschaften wie beispielweise Temperatur, Aktivität, Luftfeuchtigkeit und Helligkeit ermitteln. So weiß Nest, wann jemand zu Hause ist – und wann nicht. Der gesamte Haushalt lässt sich bequem über eine Smartphone-App steuern.

Umweltschutz und Kosteneinsparung

Ein wichtiger Aspekt ist die Reduzierung des Energieverbrauches, der einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz liefert. Darüber hinaus sind Kosteneinsparungen eine mögliche Folge. Jeder hat sich bestimmt schon mal geärgert, dass die Wohnung nach längerer Abwesenheit vielleicht ausgekühlt war oder im anderen extrem, dass man die Wohnung für den Nachbarn umsonst geheizt hat.

All diese Szenarien lassen sich zukünftig optimieren und damit auch automatisieren. Somit wird das Heim zunehmend mehr „denkend und intelligent“. Betrachtet man nur mikroskopisch die Wohnung, ist das auf alle Fälle ein Schritt nach vorne. Interessant wird es aber dann, wenn beispielsweise die Thermostate mit dem Kalender und der Navigation verbunden sind. Der Thermostat erkennt dann, wann man außer Haus ist. So sind dann interessante Szenarien möglich, dass die Heizung nach dem Verlassen auf ein Minimum abgesenkt und kurze Zeit, bevor man wieder zu Hause ist, die Heizung wieder entsprechend hochgefahren wird.

Android überall

Über Suchmaschine, Google-Mail, Cookies und dem Smartphone sammelt Google schon sehr viele Daten der Nutzer. Android, das Betriebssystem von Google ist bereits heute das am weitesten verbreitete Betriebssystem auf den Smartphones und es wird seinen erfolgreichen Weg in weitere Geräte, wie beispielsweise die Nest-Geräte, fortsetzen. Mit Nest werden diese Informationen um wichtige Daten aus dem Haushalt und den persönlichen Gewohnheiten erweitert.

Höhere Lebensqualität

Heute gibt es einfach noch viele manuelle Handgriffe, auf die man zukünftig vielleicht verzichten kann. Viele dieser Szenarien scheinen heute noch sehr weit entfernt und der eine oder andere fragt sich vielleicht, ob das alles notwendig oder sinnvoll ist. Manchmal muss man dazu einfach mal die Uhr ein paar Jahrzehnte zurückdrehen.

Dort gab es noch keinen Staubsauger und es war normal, den Teppich außerhalb der Wohnung auszuklopfen. Ein Geschirrspüler war ebenfalls nicht vorhanden und es war normal, dass Geschirr mit der Hand zu spülen. Heute gehören Staubsauger und Geschirrspüler selbstverständlich in jeden Haushalt und daher wird sich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, die neue Technik auch in unserem Haushalt schrittweise durchsetzen.

Zahlreiche Szenarien

Die möglichen Szenarien lassen sich beliebig weiter ausbauen. So können die Jalousien automatisch nach bestimmten Regeln wie Tageszeit, Wetter und Lichteinfall gesteuert werden. Der Kühlschrank ist auch ein interessanter Gegenstand, der den Inhalt kennt, mögliche Rezeptvorschläge unterbreitet oder Bestellvorgänge für den Lieferservice auslöst.

Das Licht geht beim Betreten eines Raumes automatisch an und beim Verlassen wieder aus. Die Waschmaschine wäscht die Wäsche zum günstigsten Stromtarif und das komplette Entertainment ist ebenfalls im Smart Home integriert, läßt sich zentral mit der Smartphone App steuern. Dabei stehen alle Mediainhalte wie Musik, Fotos und Videos in jedem Raum entsprechend zur Verfügung.

Daten schützen

Dennoch ist es wichtig, bei aller Begeisterung für technische Möglichkeiten diese kritisch zu betrachten und zu hinterfragen. Alle Fragen rund um das Thema Daten, deren Verwendung sowie der Schutz der Persönlichkeit müssen immer präsent sein und kritisch betrachtet werden. Wie immer im Leben hat eine Medaille zwei Seiten. So gibt es auch viele positive Effekte. Es lassen sich Zeit und Kosten einsparen und die Lebensqualität erhöhen.

Technologie vorhanden

Neu ist das ganze Thema Smart Home nicht. Aber manche Ideen sind einfach zu früh am Markt und so mussten wohl erst noch etwa 15 Jahre vergehen. In dieser Zeit haben sich Technologien wie Smartphone, Social Media, Bandbreite und Cloud mit großen Schritten weiter entwickelt und bieten heute ganz andere Voraussetzung, als das zu Beginn des Jahrtausends noch der Fall war. Es wird also weiterhin spannend sein zu beobachten, wie sich dieses Thema entwickelt.

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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung. Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur. Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur. Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert. Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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