Marketing erhält in der digitalen Welt eine größere Bedeutung

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Der Außendarstellung eines Unternehmens in der digitalen Welt kommt zukünftig eine immer größer werdende Bedeutung zu. Oftmals tun sich mittelständische Unternehmen damit noch schwer.

Deutschland. Mittelstandsland

Es vergeht kein Tag, an dem nicht über das Thema Digitalisierung und Industrie 4.0 in der Presse berichtet wird. Unsere gesamte Gesellschaft steht vor einem großen, fundamentalen Umbruch. Die vierte industrielle Revolution läßt mit dem Einzug des Internets erahnen, wie groß die technische, aber auch kulturelle Herausforderung sein wird.

Die großen Industrieunternehmen wie Bosch und Siemens haben die Chancen wie auch Risiken erkannt und gehen diese Herausforderung an. Mit dem Elektronikwerk in Amberg demonstriert Siemens eindrucksvoll, wie weit bei Siemens Industrie 4.0 heute schon Realität ist. Aber Bosch und Siemens sind für Deutschland nicht aussagefähig – Deutschland, das ist ein Mittelstandsland, das zu 99% von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt ist.

Neue Technologien

Am Horizont zeichnen sich mit BigData, 3D-Druck, Automatisierung, M2M, Mobilität und Cloud viele technische Themen an, die angegangen werden müssen. Viele Unternehmen werden vor diesen vielen unterschiedlichen Themen stehen und sich die Frage stellen, welches zuerst angegangen werden soll.

Aber oft hat man den Eindruck, dass mittelständischen Unternehmen die Zeit für Innovationen fehlt, sie stark im Tagesgeschäft eingebunden sind und für strategische und längerfristige Themen nicht die Zeit haben. An einer digitalen Unternehmensstrategie kommen die Unternehmen aber nicht vorbei.

Marketing heißt Kundenorientierung

An dieser Stelle kann Marketing ein erster Schritt sein. Marketing? Das ist Werbung! Flyer, Broschüren, Werbeartikel und Veranstaltungen. Werbung kostet Geld und bringt in der Regel nichts. Wie soll Werbung ein Türöffner auf dem Weg zu einem digitalen Unternehmen sein. So oder so ähnlich ist bei vielen kleinen und mittleren Unternehmen die vorherrschende Meinung.

Wenn man allerdings seinen Blickwinkel öffnet, dann bietet das Thema große Chancen. Ein großes und wichtiges Thema ist die Digitalisierung der kompletten Wertschöpfungskette und diese hat vereinfacht ausgedrückt nur einen Auftrag – Produkte und Services entwickeln, produzieren und an den seine Zielgruppe, den Kunden zu vermarkten.

Warum also nicht die komplette Wertschöpfungskette einmal rückwärts und zu 100% aus Kundensicht betrachten. Auf dem Weg zu einem digitalen und Kundenorientierten Unternehmen wirkt das manchmal wahre Wunder.

Neues Denken erforderlich

Digitalisierung erfordert ein neues Denken – das erfordert einen kulturellen Wandel der das ganze Unternehmen betrifft, also Führungs- wie Fachkräfte gleichermaßen. Eine Möglichkeit wäre der „Digitale 180°Ansatz“. Dabei versetzt man sich gedanklich in die Lage eines Start-Ups und plant, seine Produkt- bzw. Service-Idee an seine Kunden zu vermarkten.

Viele Unternehmen lehnen dieses Vorgehen ab, da Ihr Unternehmen bereits besteht. Aber der „Digitale 180°Ansatz“ macht ein komplett neues, digitales Denken erforderlich. So muss man sich darauf fokussieren, zunächst einmal seine Zielgruppe zu definieren und klären, wie diese erreicht wird.

Neben der Webseite muss man sich Gedanken darüber machen, wie die Zielgruppe vorgehen würde, welche Schlüsselwörter würde diese eingeben, um die Produkte und Services vom Start-up zu finden.

Kunde im Fokus

Spannend wird es dann, wenn man den externen Prozess intern weiterverfolgt und von der ersten Kundenanfrage, über das Angebot, die Bestellung, Auftragsbestätigung und Lieferschein bis hin zur Rechnung. Dabei ist die Zielvorgabe, ohne Papier zu arbeiten und die Daten konsistent über alle Systeme und Anwendungen hinweg zu erfassen und bereitzustellen.

Neben der Digitalisierung der Prozesse muss aber auch immer wieder das Portfolio hinterfragt werden, wie groß die Wertschöpfungstiefe sein muss und ob es eine mögliche Auslagerungen bzw. Fremdfertigung geben könnte. Der „Digitale 180°Ansatz“ macht deutlich, dass dieser nichts mit Flyern, Broschüren, Werbeartikeln und Veranstaltungen zu tun hat. Der „Digitale 180°Ansatz“ hat zu 100% den Kunden und seine Erwartung im Fokus um diese mit den richtigen digitalen Werkzeugen, Anwendungen und Prozessen zu unterstützen.

Förderprogramme nutzen

In diesem Zusammenhang ist es sehr schön zu sehen, dass die Bundesregierung das ein wenig ähnlich sieht. Im Rahmen der “Digitalen Agenda der Bundesregierung hat das Bundesministerium der Wirtschaft mit dem Modellvorhaben go-digital ein Pilotprogramm für kleine und mittlere Unternehmen gestartet, bei dem es um „Internet-Marketing“ und „digitalisierte Prozesse“ geht.

In Deutschland neigen wir hier und da dazu, das Glas eher als halb-leer anstatt als halb-voll zu betrachten. Auch die Bundesregierung wird oft kritisiert. Aber hier und da muss man einfach auch mal eine Lanze für die Regierung brechen. Sie hat das Thema Digitalisierung und Industrie 4.0 mit der Wichtigkeit für den Standort Deutschland erkannt und in der High-Tech-Strategie für den Standort Deutschland aufgenommen.

Angela Merkel und Ihr Kabinett treiben das Thema voran und beschäftigen sich damit. Mit unterschiedlichen Förderprogrammen stellen Sie Rahmenbedingungen zur Verfügung. Aber laufen müssen die Unternehmen, das ist nicht die Aufgabe der Bundesregierung.

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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung.Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur.Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur.Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert.Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

2 Kommentare

  1. Nachdem ich im Vorfeld einige Ankündigungen zu go-digital vernommen habe, bin ich mit großen Erwartungen auf den CeBIT-Stand des BMWi gegangen. Hatte die Hoffnung, dass go-digital das Programm ist, das die erforderlichen Schritte von KMU zum Einsatz digitaler Technik begleitet und dass Investitionen gefördert werden. Rausgekommen ist aber ein Coaching-Programm mit unrealistischen zeitlichen Ansprüchen, dass leider auf zwei Regionen begrenzt ist. Ob es einen bundesweiten Roll-Out mit entsprechender Mittelausstattung geben wird, wurde als unsicher dargestellt. Ob das das die richtige Antwort auf die schnell voranschreitetende Digitalisierung ist?

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