Mein neuer Kollege, der Roboter (Interview)

[Blogtitel] Mein neuer Kollege, der Roboter (Interview) [Beschreibung]Im nachfolgenden Interview wurde mit Dieter Pletscher, Area Sales Manager DACH bei Universal Robots, das Thema kollaborative Roboter beleuchtet. [Bildquelle] Universal Robots Das Bild zeigt Dieter Pletscher, Area Sales Manager DACH, von Universal Robots
[Bildquelle] Universal Robots

Im nachfolgenden Interview wurde mit Dieter Pletscher, Area Sales Manager DACH bei Universal Robots, das Thema kollaborative Roboter beleuchtet.

Die neue Generation von kollaborierenden Robotern ist in aller Munde und zieht erfolgreich in die Fertigung ein. Die traditionellen Hersteller schließen sich dieser Entwicklung an und erweitern ihr Portfolio entsprechend, wie beispielsweise ABB (Yumi) und KUKA (IIWA). Wie will Universal Robots gegen diese schier übermächtigen Wettbewerber erfolgreich bestehen?

Wir begrüßen eindeutig den Wettbewerb zu ABB und KUKA. Wir freuen uns, dass auch die großen, etablierten Player das Potential erkannt haben. Beide Unternehmen haben den Robotermarkt in den letzten Jahren mit Industrierobotern erfolgreich gestaltet. Bei der neuen Generation  kollaborierender Roboter sehen wir uns als Pionier und blicken positiv in die Zukunft. Zudem setzen wir uns mit unseren Produkten sowohl funktional als auch preislich deutlich ab.

Neben Universal Robots wird häufig Rethink Robots in einem Atemzug genannt? Wie schätzen Sie Ihren direkten Wettbewerber ein?

Natürlich beobachten wir Rethink Robots sehr intensiv und verfolgen die aktuellen Entwicklungen. Allerdings treffen wir im deutschsprachigen Raum bei Unternehmen noch nicht auf den Anbieter, der aktuell eher am US-Markt aktiv ist.

Google hat in den letzten 24 Monaten insgesamt acht Roboter-Unternehmen übernommen. Neben Boston Dynamics aus dem Bereich Militärroboter steht auf der Liste der Käufe auch Redwood Robotics, die sich mit Roboterarmen in einem ähnlichen Umfeld positionieren wie Rethink Robots. Was denken Sie über Google und einen möglichen Einstieg in das Segment der Industrie-Roboter?

Wir beobachten Google wie jeden anderen Marktbegleiter regelmäßig und intensiv. Google ist ein ganz besonderer Wettbewerber, da er branchenfremd ist und daher nicht mit den etablierten Anbietern wie beispielsweise ABB und KUKA vergleichbar ist. Bei den großen, vorhandenen liquiden Mitteln, über die Google verfügt, muss man sicherlich genau verfolgen, wohin die Reise geht.

Ansonsten begrüßen wir es, wenn ein Global Player in das Thema Robotik einsteigt und es global vorantreibt. Das kann ein aufstrebendes Unternehmen wie Universal Robots natürlich nicht ansatzweise. Aber die Global Player bereiten den Markt, treiben das Thema und wir wollen uns hier entsprechend weiter als Pionier und Innovator an vorderster Front positionieren.

Wie entwickelt sich das Geschäft bzw. die Nachfrage im DACH-Segment für Universal Robots?

Der Markt entwickelt sich hervorragend und wir sehen hier großen Bedarf. Allgemein ist festzustellen, dass das Thema  kollaborierende Roboter gerade erst so richtig in Bewegung gekommen ist. Daher blicken wir äußerst positiv in die Zukunft.

Welches sind die entscheidenden Vorteile gegenüber Ihrem Wettbewerb?

In vielen Gesprächen mit Kunden haben wir festgestellt, dass diese unsere Innovationsfähigkeit und den Umstand, dass wir ein sehr fokussiertes Produktportfolio haben, sehr schätzen.  Auch der Preis und die schnelle Implementierung spielen eine wichtige Rolle. Für den Kunden ist es zudem wichtig, dass sich die Roboter innerhalb kürzester Zeit amortisieren und zwar mit überschaubaren Kosten und Projektlaufzeiten. Außerdem begeistert die einfache Inbetriebnahme, denn wochenlange Programmierkurse gehören damit der Vergangenheit an. Und unsere sehr gut verständliche und intuitive Benutzeroberfläche führt und unterstützt die Anwender beim gesamten Prozess.

Ist Universal Robots auf bestimmte Branchen und Unternehmensgrößen fokussiert und in welchen Bereichen werden Roboter von Universal Robots typischerweise eingesetzt?

Wir fokussieren uns allgemein eher auf kleine und mittlere Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen, wie der Automobilindustrie, der Metallverarbeitung und der Lebensmittelindustrie. Dort treffen wir auf viele unterschiedliche Einsatzbereiche, die von der Maschinenbestückung, Montage und Qualitätskontrolle über Pick & Place bis zum Kleben und Schweißen oder dem Verpacken/Palettieren reichen. Wir freuen uns, dass UR-Produkte bei unseren Kunden vielfältig und auch erfolgreich im Einsatz sind.

Wie reagieren die Produktionsarbeiter auf die neuen Roboter, gibt es Bedenken oder Ängste, wie nehmen Sie die Ängste/Bedenken an?

Wir stellen fest, dass es punktuelle Berührungsängste gibt, was bei der Einführung neuer Technologien aber immer normal ist. Denken Sie an historische Technologien wie die Dampfmaschine – diese hat auch Sorgen, Ängste, Widerstände und Proteste bei den Menschen zur Folge gehabt. Aber am Ende des Tages gab es nicht die Wahl die Dampfmaschine einzusetzen oder nicht.

So ist es mit der Robotertechnologie heute ebenfalls. Die Dringlichkeit der weiteren Automatisierung ist offensichtlich und das trifft nicht nur auf Hochlohnländer wie Deutschland zu. Gerade in Fernost wird in Ländern wie Südkorea und China überproportional in Roboterautomatisierung investiert.

Im direkten Dialog mit den Mitarbeitern entschärfen sich dann die Vorbehalte und es wird klar, dass Roboter keine Arbeitsplätze ersetzen. Das Gegenteil ist der Fall, denn es werden bestehende Plätze gesichert und neue Arbeitsplätze geschaffen. Die einzigen Veränderungen werden sich in den Arbeitsinhalten ergeben.

Wie wird sich die Arbeit im Zeitalter von Industrie 4.0 verändern?

Kollaborierende Roboter sind dafür prädestiniert, anstrengende, monotone und nicht ergonomische Tätigkeiten zu übernehmen. Das bedeutet eine Entlastung der Produktionsmitarbeiter. Die Mitarbeiter sind nun in der Lage verantwortungsvollere Aufgaben zu übernehmen, um damit einen entsprechenden Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen.

Mit dem UR3 hat Universal Robots sein Portfolio neben dem UR5 und UR10 entsprechend erweitert. Wo sehen Sie Universal Robots in den nächsten fünf Jahren im Hinblick auf das Produktportfolio und die Marktstellung?

Wir sind mit unserem aktuellen Produktportfolio hervorragend aufgestellt. Dieses wird kontinuierlich weiter entwickelt. Als Unternehmen wollen wir unseren Wachstumspfad weiter fortsetzen.

Das US-Unternehmen Teradyne hat Universal Robots gerade für 285 Mio. $ übernommen. Damit ist die Eigenständigkeit vorbei. Was sagen Sie zu der Übernahme?

Wir freuen uns, nun Teil von Teradyne sein zu dürfen. Wir operieren weiterhin als eigenständige Marke und Business Unit unter dem Dach von Teradyne. Unsere Wachstumsstrategie werden wir konsequent fortführen. Auf diesem Weg ist Teradyne ein hervorragendes Unternehmen, mit dem wir uns hervorragend ergänzen und gemeinsame Synergien realisieren können. Daher sehen wir die aktuelle Entwicklung mehr als positiv und freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit.

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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung.Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur.Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur.Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert.Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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