Mit der Digitalisierung rollt ein Tsunami auf uns zu

[Beschreibung] Das Bild zeigt einen Leuchtturm am Meer, der von einer Sturmflut geflutet wird [Blogtitel] Mit der Digitalisierung rollt ein Tsunami auf uns zu [ Blogkategorie] Digitalisierung [Bildquelle] istock 22925995 [Bildnachweis] johnnorth [URL] https://www.istockphoto.com/de/foto/windy-k%C3%BCste-gm160349789-22925995 Weitere Informationen unter https://ingenieurversteher.de
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Die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft bietet Unternehmen große Chancen, wenn diese die Zeichen der Zeit erkennen und den Wandel aktiv annehmen.

Digitaler Tsunami auf dem Vormarsch

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft schreitet mit großen Schritten voran. Das Internet gibt es als Technologie schon recht lange. Erfunden Mitte des letzten Jahrhunderts zu rein militärischen Zwecken, weiterentwickelt Mitte der Neunziger Jahre. Mit Beginn des neuen Jahrtausends kam erstmals die Ernüchterung als die große dot.com Blase platzte.

Aber in den letzten etwa zehn Jahren hat das Internet in unserem Leben einen festen Platz eingenommen und ist dort auch nicht mehr wegzudenken. Parallel zum Internet gab es flankierende Themen und Technologien, die diesen Trend unterstützt bzw. verstärkt. Der Internetnutzer hat sich verändert und nicht nur Informationen konsumiert.

Er macht nun aktiv im Internet mit und publiziert eigenständig Inhalte. Mit Social Media hat sich die Art und Weise der Kommunikation nachhaltig verändert. Spätestens seit Apple mit dem iPhone den Mobilfunkmarkt betreten hat sich die Gesellschaft verändert und wurde in atemberaubender Geschwindigkeit mobil.

Social Media und Mobilität haben dann ihrerseits nochmals das Thema Cloud beschleunigt. Jeder hat nun ein Smartphone, dass er nicht mehr aus der Hand nimmt, wir sind ständig online, suchen bei Google wenn wir nicht weiter wissen, kommunizieren über WhatsApp und kaufen bei Amazon ein. So könnte man den Eindruck gewinnen, dass alles gut ist. Oder?

Alles in Ordnung!?

Oberflächlich betrachtet mag das stimmen. Das führt mich zum Kernbild des Beitrages – dem Tsunami. In der Tat ist es so, das oberflächlich betrachtet alles normal und ruhig ist. Kein Wind, keine Wellen. Aber die Ruhe trügt, denn es gibt erste sichtbare Anzeichen, dass sich das Wasser vom Strand zurück ins Meer bewegt.

Ein typisches Zeichen eines Tsunamis, kurz bevor die große Welle kommt. Eigentlich sind wir in Deutschland vor dem Tsunami gewarnt.  Kein Tag vergeht, in dem nicht über die Folgen der fortschreitenden Digitalisierung gesprochen und auch gewarnt wird. Die Nachrichten werden gehört – in vielen Fällen aber auch einfach nur das und nicht mehr.

Die großen Unternehmen haben es nicht nur gehört, sondern auch verstanden. Das deutsche Paradebeispiel ist Bosch. Das Unternehmen erfindet sich gerade komplett neu und richtet sich auf die neue digitale Welt und Industrie 4.0 aus. Aber leider ist Bosch nicht Deutschland und es gibt nur ein paar tausend richtig große Unternehmen.

Der größte Teil mit mehr als 95% der über  3,5 Mio. deutschen Unternehmen ist mittelständisch geprägt und hat weniger als 250 Mitarbeiter. Genau hier werden die Warnungen oft nicht gehört oder auch verstanden. Gerade im Industrie und produzierenden Umfeld verstehen viele Unternehmen nicht das, was das gerade passiert.

Silicon Valley dominiert die Welt

Das Silicon Valley ist unvermindert die weltweite Ideenschmiede für innovative Unternehmen. Hier werden die dominierenden Player der Zukunft geboren. Die IT Unternehmen wie Apple, Amazon, eBay, Google und Facebook dominieren immer stärker unsere Welt und dringen nun in Bereiche vor, in denen man sie nicht erwartet hätte.

Mit den großen Barreserven, über die die Player verfügen, kaufen Sie innovative Technologien und dringen mit ihrer Marktmacht geschickt und gezielt in Branchen ein und fangen an, dort die Spielregeln zu ändern. Das ist genau das, was den Tsunami auslösen wird. Silicon Valley sendet eine Welle nach der anderen. Wie bereits beschrieben sehen wir die Auswirkungen noch nicht wirklich oder nur in Ansätzen. Aber die vielen kleinen Wellen bauen sich auf und werden größer.

Ein Beispiel für die Mächtigkeit dieser Welle ist das Thema selbstfahrende Auto. Google beschäftigt sich seit 2010 mit dem Thema. In dieser Zeit haben die 20 Fahrzeuge umfassende Flotte mehr als 1,6 Mio. Kilometer unfallfrei zurückgelegt. Zunächst sei die Frage erlaubt, warum Google das tut? Welche Motivation hat das Unternehmen, das sein Geld mit der  Suchmaschine und der Werbung verdient?

Google auf dem Weg zum High-Tech Unternehmen

Google bereitet sich intensiv auf die Zeit nach der Suchmaschine vor und investiert seit längerer Zeit in strategische Geschäftsfelder, so auch in den Bereich selbstfahrende Autos. Der IT-Gigant aus dem Silicon Valley definiert das Autofahren komplett neu. Google? Nicht Daimler, BMW, VW oder Audi? Ausgerechnet ein IT Unternehmen dringt in die Domäne ein, die seit mehr als 130 Jahren von deutschen Unternehmen erfolgreich geprägt wurde. Ja, Google!

Der eine oder andere mag nun ein wenig fragend und skeptisch schauen. In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat sich das Auto kontinuierlich weiter entwickelt und ist immer sicherer geworden. Sicherheitsgurt, Airbag, ABS und viele unterschiedliche Assistenzsysteme sind heute Stand der Technik. Aber eines hat sich nie verändert – das Auto fährt nicht von alleine und benötigt immer noch einen Fahrer.

Google treibt die Automobilindustrie an

Google hat sich auf den Weg gemacht und genau das geändert.  Das Google Auto hat kein Lenkrad, kein Gaspedal. Genau dieser Ansatz ist es, der neu und anders ist, der einfach einen Schritt weitergeht als es die heutigen Automobilhersteller je tun würden.

Google treibt das selbstfahrende Auto voran während die deutschen Automobilbauer eher das autonome Fahren treiben. Hier unterstützt ein System das temporäre Fahren – aber der Fahrer wird immer noch benötigt. Aber ist es nicht genau der Weg, den die Menschen sehen wollen? Das Auto ist ein Mittel zum Zweck, um mich von A nach B zu bringen, nicht mehr und nicht weniger.

Es gibt viele Fälle, wo das eigene fahren einfach Spaß und Freude macht. Aber es gibt genauso so viele Fälle, wo es eben keinen Spaß macht. Was wäre, wenn man einfach einsteigt und sagt „Google fahre mich zur Arbeit“ und los geht’s. Man liest entspannt die Zeitung, kommuniziert mit deinem Netzwerk oder genießt die Aussicht und entspannt einfach.So weit so gut – aber wo ist der Tsunami, wo die große Welle?

Das selbstfahrende Auto rollt auf uns zu

Das selbstfahrende Auto wird unsere Welt nachhaltig verändern. Betrachtet man den Umstand, dass viele Autos mehr als 20 Stunden pro Tag ungenutzt auf dem Parkplatz stehen, dann ist die Frage schon legitim, ob das so sein muss. Wenn sich Autofahren als Service entwickelt, dann dieser ein großes Potential. Warum kann ich mir nicht einfach zu jeder Zeit, an jedem Ort ein Auto bestellen, genau dann, wann ich es brauche.

Einfach im Smartphone Abholzeit und Zielort eingeben und bestellen. Das hätte zur Folge, dass sich immer mehr Menschen dazu entscheiden, kein Auto zu kaufen sondern einfach den Service buchen. Experten gehen davon aus, dass in den kommenden zwanzig Jahren der weltweite Automobil-Umsatz um bis zu 40% zurückgehen könnte. Vom Rückgang des Automobilabsatzes wären dann auch noch viele Arbeitsplätze betroffen.

Digitalisierung verändert die Arbeitswelt

Mit dem Fortschreiten dieser Technologie werden sich viele Berufsbilder verändern bzw. entfallen. Der klassischen Taxifahrer ist vom Aussterben bedroht. Die Zukunftsaussichten vom Lkw-Fahrer sehen nicht besser aus und auch die Fahrschulen dürften es immer schwerer haben. Man kann diesem Trend gegenüber kritisch eingestellt sein, ihn nicht für gut heißen.

Aber man kann ihn nicht aufhalten. Zum Ende des 18. Jahrhunderts musste man die Dampfmaschine auch nicht gut finden und dennoch konnte man sie nicht aufhalten. Daher ist es wichtig, zu sehen und zu verstehen, welche Welle auf uns zukommt. Die Empfehlung ist daher, nicht tatenlos stehen zu bleiben und in Schockstarre zu verfallen, sondern die Welle als Chance zu sehen, neue Produkte und Services für die neue digitale Welt zu entwickeln, um in ihr zu bestehen – und nicht unterzugehen.

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Mit der Digitalisierung rollt ein Tsunami auf uns zu
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Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft rollt ein digitaler Tsunami auf uns zu, der an keinem Unternehmen und keiner Branche spurlos vorbeigehen wird.
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Ingenieurversteher
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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung.Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur.Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur.Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert.Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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