Apple auf dem Weg in die digitale Zukunft (Interview)

[Blogtitel] Apple auf dem Weg in die digitale Zukunft (Interview) [Beschreibung]Im nachfolgenden Interview wurde das Thema Apple mit Gee Are Pabst, Blogger and Online-Journalist vom Techblog miapple.me beleuchtet. [Bildquelle] miapple.me Das Bild zeigt Gunther Papst (miapple.me)
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Im nachfolgenden Interview wurde das Thema Apple mit Gee Are Pabst, Blogger and Online-Journalist vom Techblog miapple.me beleuchtet.

Apple hat in den letzten Jahren unser Leben und auch die Spielregeln in einigen Branchen verändert. iPod und iTunes hat die Musikindustrie auf den Kopf gestellt, das iPhone den Telekommunikationsmarkt. Nun ist die Apple Watch im Markt und man ist ein wenig geneigt zu sagen, alles was Apple anfasst wird zum Erfolg. Wie sehen Sie das?

Die Apple Watch wird genauso wie iPod, iTunes, iPhone und iPad entscheidend unsere Kommunikation und unseren Konsum verändern. Insbesondere im Zusammenspiel mit Health Kit und Research Kit, nachhaltig unsere Gesundheit positiv beeinflussen. Bereits kurze Zeit nach dem Erscheinen der Apple Watch haben viele Unternehmen unterschiedlichste Anwendungen für die Apple Watch geschrieben. Auch mit der Apple Watch macht Apple erneut den Markt und treibt das Thema nach vorne.

Zum Ende des letzten Jahrhunderts stand Apple fast vor dem Aus und hat sich nun praktisch neu erfunden und sich zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt entwickelt. Die Barreserven häufen sich von Quartal zu Quartal immer mehr an und belaufen sich auf mittlerweile mehr als 203 Mrd. US-$. Auch in den gerade veröffentlichten Quartalszahlen eilt Apple weiter von Erfolg zu Erfolg. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Apple sollte, nein muss sich seiner sozialen Verantwortung stellen. Ein Großteil des Gewinns ist basierend auf der Ausbeutung von unterprivilegierten Menschen/Arbeitern. Der große Teil der Cash-Reserven liegt außerhalb der USA und wird wenig bis gar nicht versteuert. Eigentlich ist dem Unternehmen kein Vorwurf zu machen, den es wendet nur die aktuellen Gesetze an. Unabhängig von der sozialen Verantwortung hat sich Apple den Erfolg aber erarbeitet und immer wieder ein Gespür dafür, die richtigen Produkte zum richtigen Zeitpunkt zum Markt zu bringen.

Das iPhone ist nach wie vor die Cashcow und Apple positioniert sich im Premium-Segment erfolgreich. Android ist in Bezug auf Anzahl der benutzten Lizenzen das mittlerweile am weitesten verbreitete Betriebssystem auf der Welt und es breitet sich fernab vom Smartphone in immer anderen Bereichen aus. Welche Chancen hat Apple mit iOS am langen Ende?

iOS ist das nachhaltigere System, da es ein geschlossenes System ist. Die Offenheit von Android hat zwar zu einer raschen Verbreitung geführt, wird aber auf lange Sicht nachteilig sein. Die vielen unterschiedlichen Derivate von Android sind in Bezug auf Wartung und Update ein wahrer Alptraum.

Die Welt wurde lange Zeit von Microsoft und Windows dominiert. Microsoft hat es aber in mehr als 15 Jahren nicht geschafft, den Erfolg vom Desktop auch in die mobile Welt zu schaffen. Wie sehen Sie die Zukunft von Microsoft?

Im Zeugnis wird stehen „Microsoft war stets bemüht“. Microsoft hat über viele Jahre die Chance gehabt und hat sie einfach nicht genutzt. Es macht eben keinen Sinn, einfach mal ein Unternehmen wie Nokia zu kaufen. Ein Google Manager sagte „Aus zwei Truthähnen wird kein Adler“.

Es ist ein Drama mitzuerleben, wie viel Geld verbrannt und Arbeitsplätze vernichtet worden sind. Aber genau das ist der feine Unterschied zwischen Apple und Microsoft. Apple ist innovativ und denkt quer, Microsoft ist dazu nicht in der Lage. Apple verändert und macht den Markt. Deshalb wird Microsoft in einigen paar Jahren in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Die letzten Wochen gab es viele Gerüchte am Markt, dass Apple nun in die Automobil-Industrie einsteigen möchte und es machte die Runde vom neuen iCar. Tim Cook war zu einem Geheimbesuch im BMW bei Leipzig und es scheint so, dass die Autopläne sich konkretisieren. Auch Google lässt autonome Autos bereits testweise an der Westküste Amerikas fahren. Wie sehen Sie diese Entwicklung, dass klassische IT-Firmen mit Geld und Macht in andere Branchen eindringen?

Das ist eine logische Schlussfolgerung. Das iPhone wird nicht für alle Zeit die Cash-Cow sein und auch Google macht sich Gedanken über die Zeit nach der Suchmaschine. Neben dem Smart Home kämpfen sowohl Google als auch Apple um die Hoheit im Auto. Die Automobilindustrie hat sich viele Jahre in einem ruhigen Fahrwasser bewegt.

Nun machen die Konsumenten auf der einen und die Apple/Google auf der anderen Seite ordentlich Druck und die komplette Branche ist in Bewegung. Wir werden in der Automobilindustrie einen fundamentalen Wandel erleben, gerade auch in der Art und Weise, wie wir das Automobil nutzen werden.

Die IT-Welt wird praktisch schon immer von US-Firmen aus dem Silicon Valley dominiert. Deutschland hat in dem globalen IT-Spiel, abgesehen mal von SAP, nie eine Rolle gespielt. Wo liegen Ihrer Meinung nach die Gründe dafür?

Wir haben in Deutschland großartige Ingenieure, Wissenschaftler und Entwickler. Große Technologien, wie beispielsweise MP3 und Fax wurden in Deutschland entwickelt. Aber den kommerziellen Erfolg haben Unternehmen außerhalb von Deutschland realisiert.

Die Stärken der deutschen Ingenieure, wie Professionalität, Gewissenhaftigkeit und Qualitätsbewusstsein, stehen aber auch manchmal im Wege. Die Amerikaner sind mutiger und schneller und gehen auch mal mit einer 80% Lösung zum Markt. Das passiert in Deutschland eher wenig, hier muss es immer die 100% perfekte Lösung sein. Ein weiteres Problem ist die Angst vor dem Scheitern – auch hier gehen die Amerikaner deutlich entspannter an das Thema heran.

Das iPhone hat sich bei vielen Menschen zum täglichen Begleiter entwickelt. Mit wenig Erfahrung oder Gedankenlosigkeit sammelt das iPhone mit den Ortungsdiensten viele Daten über die Gewohnheiten des Nutzers. Auch Google ist mit der Android Plattform fleißig am Datensammeln. Wie sehen Sie das Thema Datenschutz?

Im Gegensatz zu den meisten Deutschen gehe ich damit ganz entspannt um. Unabhängig davon, wie viele Computer meine Daten irgendwie auslesen, am Ende muss ein Mensch mit meinen Daten umgehen. Die schiere Masse macht dies unmöglich. Das bedeutet natürlich nicht, dass man den IT Unternehmen blind vertrauen sollte. Eine gewisse Skepsis und Sensibilität ist sehr wohl ratsam.

Nokia war vor der Markteinführung mit seinem Betriebssystem Symbian OS der unangefochtene Platzhirsch. Das Betriebssystem spielt keine Rolle mehr, Nokia als DIE Marke, die Handys repräsentiert hat, ist von Microsoft übernommen worden und praktisch vom Markt verschwunden. Mehr oder weniger im gleichen Zeitraum ist mit Xiaomi ein Handyanbieter von Null zum Marktführer geworden. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Xiaomi und Nokia ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie schnell ein großes, etabliertes und erfolgreiches Unternehmen den Markt verlässt, während in der gleichen Zeit ein Start-Up zu einem global führenden Unternehmen wird. Nokia hat einfach den Fehler gemacht und sich auf dem Erfolg der Vergangenheit ausgeruht. Als dann in 2007 Apple mit dem iPhone in den Markt eintrat, begann sich die Abwärtsspirale sehr schnell für Nokia zu drehen. Wenn Apple clever ist, werden sie sich mittelfristig aus Asien mit der Produktion zurückziehen und wieder auf Eigenfertigung umstellen, was Apple hat schon teilweise mit den hochwertigen Macs gemacht hat, wo die Produktion wieder in den USA ist.

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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung. Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur. Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur. Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert. Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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