Nürnberg und Industrie 4.0 – eine Stadt im Wandel

[Blogtitel] Nürnberg und Industrie 4.0 - eine Stadt im Wandel [Beschreibung]Nürnberg hat eine bewegte Industrie-Geschichte hinter sich. Mit der Digitalisierungs-Offensive startet Nürnberg seine Reise in die Industrie 4.0 Welt. [Bildquelle]  istock 2581348 Das Bild zeigt den Businesss Tower von unten nach oben in den Himmel gerichtet.
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Nürnberg hat eine bewegte Industrie-Geschichte hinter sich. Mit der Digitalisierungs-Offensive startet Nürnberg seine Reise in die Industrie 4.0 Welt.

Nürnberg auf dem Weg in die digitale Welt

Nürnberg und Industrie 4.0? Wie passt das zusammen? Wenn man an Nürnberg denkt, dann fallen einem schnell Weihnachtsmarkt, Lebkuchen und Rostbratwürstchen ein, aber nicht unbedingt Digitalisierung und  Industrie 4.0. Am 15.07.2015 hat die Stadt eine Pressemitteilung mit dem Titel „Digitalisierungsoffensive Nürnberg startet“ dazu veröffentlicht. Ein Blick in die Geschichte lohnt sich und offenbart einige interessante Details.

Mit der Eisenbahn fing es an

Im frühen 19. Jahrhundert hat sich Nürnberg zum industriellen Zentrum in Bayern entwickelt. Am 07.12.1835 fuhr die erste dampfbetriebenen Eisenbahn „Adler“ zwischen Nürnberg und Fürth. In der Zeit zwischen 1870 und 1939 entwickelte sich Nürnberg zum Zentrum der deutschen Spielwaren- und Modelleisenbahnindustrie. Viele Spielwarenhersteller waren jüdischer Hand und fielen in der Zeit von 1936 bis 1939 der nationalsozialistischen Arisierung zum Opfer. Im Bereich der Zweiradindustrie galt Nürnberg lange Zeit als führend. Viele Unternehmen wurden zum Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Nürnberg gegründet. Namhafte Unternehmen wie Hercules, Triumph, Zündapp oder die Zweirad Union hatten ihren Ursprung in Nürnberg. Allerdings verlief die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht mehr so erfolgreich wie das erste und die Produktion kam praktisch zum Erliegen.

Wandlungsfähigkeit in der DNA

Aber auch weitere Unternehmen aus Industrie und Handel standen vor einem großen Wandel und dann dem Aus. Deutsche Traditions-Unternehmen wie Quelle, Grundig oder Triumph Adler, die Ihren Ursprung in Nürnberg hatten, sind von der Landkarte verschwunden und Fertigungsstandorte von MAN und AEG wurden geschlossen. Betrachtet man diese kurze Zeitreise, dann wird deutlich, dass sich Nürnberg mit dem Lauf der Zeit immer gewandelt und neu ausgerichtet hat. Große namhafte Unternehmen wie Datev, Diehl und Siemens prägen heute die Region genauso wie viele, innovative und mittlere Unternehmen.

Cluster & Start Ups

Mit Clustern wie dem Medical Valley oder dem Automation Valley wie auch der  Nürnberger Initiative für die Kommunikationswirtschaft NIK e.V. werden Synergien gebündelt. Darüber hinaus gibt es in der Stadt viele unterschiedliche Veranstaltungen für Start-up Unternehmen wie beispielsweise das Start-Up Festival. Neben der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm und der Technischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen haben sich wichtige Forschungseinrichtungen wie u.a. das Fraunhofer IIS in Nürnberg angesiedelt. Besonders interessant ist auch, dass Teile der technischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität auf das Industrie Areal „Auf AEG“ verlagert werden, wo sich heute bereits viele junge Start-Ups ansiedeln. Das Silicon Valley hat über viel Jahrzehnte eindrucksvoll bewiesen, wie erfolgreich so ein Ansatz ist.

Ausblick 4.0

Nürnberg hat im Vergleich zu anderen Wirtschaftsstandorten einen überdurchschnittlich starken produzierenden Sektor wie auch eine starke Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche, in der knapp 10 % der Beschäftigten tätig sind. Unter den 20 größten deutschen Städten teilt sich dabei Nürnberg mit München die Spitzenplätze. Somit scheint die Region über einiges zu verfügen, was Mut macht, den Wandel zu bestehen – Unternehmen, Unternehmer und Unternehmergeist. Wenn nun die Stadt Nürnberg der Pressemitteilung auch noch konkrete Maßnahmen folgen lässt, den industriepolitischen Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft moderiert und den Rahmen aktiv mitgestaltet, dann ist die Region auf einem guten Weg, die Reise in die digitale Welt erfolgreich zu bestreiten.

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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung. Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur. Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur. Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert. Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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