Das GoogleCar wird das Autofahren nachhaltig verändern

[Blogtitel] Das GoogleCar wird das Autofahren nachhaltig verändern [Kategorie] Digitalisierung [Beschreibung] Google hat sich mit dem GoogleCar auf den Weg gemacht, das Autofahren 130 Jahren nach seiner Gründung nachhaltig zu verändern.  [Bildquelle] istock 38783970 [Bildnachweis] JasonDoiy [URL] https://www.istockphoto.com/de/foto/google-selbst-fahren-auto-auf-den-california-highway-280-gm485855429-38783970
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Google hat sich mit dem GoogleCar auf den Weg gemacht, das Autofahren 130 Jahren nach seiner Gründung nachhaltig zu verändern. 

130  Jahre deutsche Tradition

Google hat sich auf den Weg gemacht, autonomes Fahren neu zu erfinden. Vor fast 130 Jahren führte Carl Benz [Video] am 01. Juli 1886 die erste öffentliche Probefahrt mit seinem „Benz Patent-Motorwagen Nummer 1“ in Mannheim durch. Wenige Monate zuvor hatte Carl Benz am 29. Januar 1886 das Patent angemeldet, was die Geburtsstunde des modernen Automobils darstellt. 

Seit dieser Zeit hat sich das Automobil kontinuierlich weiterentwickelt. Die Fahrzeuge der heutigen Generation sind schnelle, leistungsfähige, sichere, komfortable Hightech Maschinen in einem atemberaubenden Design und haben nichts mehr mit den Modellen der ersten Generation zu tun. Die Automobilindustrie ist seit langer Zeit die Domäne der Deutschen. Carl Benz, Gottlieb Daimler [Video], Wilhelm Maybach [Video] und auch Nikolaus August Otto sind die Pioniere des Automobils und heute prägen Marken wie Audi, BMW, Daimler, Porsche und VW weltweit die Automobilindustrie. 

Aber eines hat sich in 130 Jahren Automobilgeschichte nicht geändert – ohne Mensch geht es nicht. Mit der fortschreitenden Digitalisierung, die unsere Gesellschaft schleichend und kaum bemerkt, schrittweise erfasst, macht sich ein IT Unternehmen aus dem Silicon Valley auf den Weg, die Spielregeln in der Automobilindustrie zu ändern.

IT verändert die  Automobilindustrie

Google bereitet sich auf die Zeit nach der Suchmaschine vorzubereiten und frühzeitig den Wandel zum High-Tech Konzern eingeleitet. Seit 2009 investiert Google in das Thema autonomes Fahren. Google hat sich aufgemacht, das Autofahren neu zu definieren. Google geht einen radikalen Schritt nach vorne und verbannt den Menschen komplett vom Lenkrad. Das GoogleCar [Video] hat kein Lenkrad und kein Gaspedal mehr – also einfach einsteigen, Ziel eingeben und los geht es. 

Die 20 Fahrzeuge umfassende Google-Flotte hat in den letzten Jahren mittlerweile mehr als 1.6 Mio. Kilometer zurückgelegt. Die deutschen Automobilbauer investieren ebenfalls intensiv in das Zukunftsthema und Audi ist hier technologischer Vorreiter. Eindrucksvoll demonstriert das Audi, als ein RS7 mit mehr als 200 Km/h über den Hockenheimring [Video] fuhr und seine Runden eindrucksvoll drehte – ohne Fahrer.

Die A9 zwischen Nürnberg und Ingolstadt  ist mittlerweile Teststrecke, wo bereits der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt [Video] sich vom aktuellen und beeindruckenden Stand der Technik informieren konnte. Auch Daimler stellt mit dem F015 [Video] sehr eindrucksvoll unter Beweis, wie die Zukunft des Automobils aussehen könnte. Neben dem Auto testet Daimler in Amerika mit dem Freightliner [Video] auch das autonome Fahren für Lkw.

Evolution oder Revolution?

Aber was bedeutet nun autonomes Fahren, ist es eine weitere Evolution oder Revolution? Fragt man die deutschen Automobilbauer, dann ist es eher eine Evolution, sicherlich eine sehr große. Aber eines wollen die Automobilhersteller auf jeden Fall vermeiden – das das Auto ganz auf den Fahrer verzichtet. Google sieht das anders und denkt in fahrerlosen Roboter-Autos.

Ob sich dieser Ansatz durchsetzen wird, muss man beobachten, aber das Potential ist enorm. Betrachtet man den Umstand, das viele Autos täglich mehr als 22 Stunden ungenutzt auf dem Parkplatz stehen, dann lohnt es sich darüber nachzudenken. In vielen Fällen, gerade bei Szenarien mit einer geringen jährlichen Kilometer-Laufleistung wird es Alternativen geben. Um von A nach B zu gelangen reicht es aus, das fahrerlose Roboter-Taxi per Smartphone App zu bestellen.

Eine Industrie im Wandel

Neben dem reinen, automatisierten Transport wird es viele Szenarien geben, wie das automatisierte Einparken – sowohl in einer Parklücke wie auch in einem Parkhaus. Dann heißt es zukünftig einfach vor dem Parkhaus aussteigen und das Auto findet  seinen Weg automatisch zum nächsten freien Parkplatz, auch wenn sich dieser auf dem obersten Parkdeck befindet.

Die Automobilhersteller geben es nicht zu – aber sie fürchten Google wie der Teufel das Weihwasser. Sie wollen es auf jeden Fall vermeiden, Google und Android ins Auto zu lassen. Der aktuelle Kauf der Kartendienste von Nokia, wo Daimler, BMW und Audi 2,5 Mrd. EUR investiert haben, unterstreicht das entsprechend.

Aber das ist ein Kampf gegen Windmühlen, denn der Fahrer bringt sein Smartphone mit dem Android OS mit ins Auto – egal ob das den Automobilherstellern gefällt oder nicht. Damit hat Google permanenten Kontakt zum Fahrer und kann ihn zu jederzeit mit den Google Services unterstützen – auch mit Werbung.

Wenn Google feststellt, das das Fahrverhalten des Fahrers mit dem Auto nicht zusammenpassen, dann kann Google dem Fahrer gezielt werbung zukommen lassen, das beispielsweise ein 1-er BMW viel besser auf ihn passen würde als der jetzige Audi A6. Das die fortschreitende Digitalisierung auch das Geschäftsmodell des klassischen Autohändlers nachhaltig verändert, beschreibt @Carstenknop in seinem Artikel „Warum Autohändler besser werden müssen“ sehr gut.

GoogleCar definiert neue Szenarien

Egal ob es das GoogleCar [Video] ist, das komplett auf den Fahrer verzichtet, oder ein Fahrzeug, das den Fahrer mit intelligenten Assistenz-Systemen fallweise bzw. punktuell unterstützt – das Autofahren steht vor dem radikalsten Umbruch, seit der ersten Probefahrt von Carl Benz am 01. Juli 1886.

Dabei liegen die Vorteile auf der Hand. Mit der Durchdringung des Internets und der Kommunikation von Auto zu Auto wird das Autofahren sicherer werden. Mit dem Einsatz der Technologie wird die Anzahl der Unfälle nachhaltig reduziert werden. Heute basieren 90% aller Unfälle auf menschlichem Versagen.

Nach nun mehr als 100 Jahren gehört auch die gute alte Verkehrsampel zu einem Relikt aus eine anderen Epoche. Der Verkehr wird nun nicht mehr mit Ampeln gesteuert, die Fahrzeuge steuern sich eigenständig. Staus gehören zum größten Teil der Vergangenheit an, das der Verkehrsfluss in Echtzeit optimiert wird.

Aber auch die Umwelt wird profitieren. Die Autos von morgen optimieren den Benzinverbrauch und damit den Schadstoffausstoß. Die Roboter-Taxis werden mit Elektromotoren betrieben und senken damit die Emissionen nachhaltig. Die neue Technologie wird die Menschen sicherlich in zwei Lager Spalten.

Die einen, die der Technik aufgeschlossen gegenüber stehen, und sich ein vollautomatisches Fahren gut vorstellen können. Die zweite Gruppe möchte auf das eigenständige fahren nicht verzichten. An dieser Stelle gibt es kein richtig oder falsch. Aber eines ist sicher – die Technik wird kommen und sich durchsetzen, ob wir das wollen oder nicht, ob wir es gut finden oder nicht.

Veränderung vorprogrammiert

Der Einzug der Technologie wird neben vielen Chancen und positiven Veränderungen aber auch tiefe Einschnitte in die Arbeitswelt haben. Viele Berufe hängen vom Fahren ab – Taxi-, Bus- und Lkw-Fahrer wie auch Betreiber von Fahrschulen. Aber nicht nur für den privaten Anwender gibt es neue Anwendungsmöglichkeiten.

Eine Branche, die stark von disruptiven Änderungen betroffen sein wird ist die Transport- und Logistik-Branche. Fahrerloses LKW und Transporter werden sich durchsetzen. Für die Automobilindustrie könnte es heißen, dass weniger Autos benötigt und produziert werden.

Aktuelle Schätzungen sprechen von einem Rückgang von bis zu 40% in den kommenden 20 Jahren. Die digitale Tsunami-Welle ist auf dem Weg zu unserer Gesellschaft. Wir sollten das als Chance begreifen, uns auf die Welle vorzubereiten, um nicht nasse Füße zu bekommen – oder zu ertrinken.

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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung.Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur.Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur.Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert.Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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