Google und das Alphabet – HighTech von A bis Z

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Aus Google wird Alphabet. Ein wichtiger Schritt, der Googles Wandel vom Suchmaschinen- und Werbeanbieter zum Hightech Unternehmen deutlich unterstreicht.

Google und das Alphabet

Die Google Pressemitteilung vom 10.8.2015 hörte sich recht unspektakulär und nicht unbedingt nach Disruption an. Google organisiert sich ein wenig um und gründet die börsennotierte Holding mit dem Namen Alphabet. Das ist nur eine Re-Organisation wie es bei vielen Unternehmen regelmäßig vorkommt. Nichts besonderes – oder? Die Antwort lautet kurz und knapp Doch! Google bekommt nun klare Strukturen und einzelne Themen wie Google, autonomes Fahren, Drohnen, Gesundheitsdienste und SmartHome werden voneineinander getrennt. Google bereitet sich seit sehr langer Zeit auf die Zukunft vor. Der Wandel vom Suchmaschinen- und Werbeanbieter zum High-Techkonzern schreitet seit längerer Zeit mit hoher Geschwindigkeit voran. Gerade in dem letzten Monaten und Jahren wurden interessante Firmenzukäufe getätigt.

Alphabet und High-Tech

Die Namenswahl Alphabet für Google ist wohlbedacht. Das Alphabet ist erst einmal nur eine Sammlung von Buchstaben die zunächst alleine betrachtet nichts aussagen und damit keinen Sinn ergeben. Aus der Kombination von Buchstaben werden Wörter die nun auf einmal sehr wohl einen Sinn ergeben. Ein wenig ist es wie mit Google. Das Unternehmen stellt eine Vielzahl von kleinen Anwendungen zur Verfügung, die heute schon kaum mehr aus unserem Alltag wegzudenken sind. Im Gegensatz zu den Buchstaben ergeben die Google Anwendungen alleine betrachtet bereits einen Sinn. Aber durch das Zusammenfügen und Zusammenwachsen werden kleine Bausteine zu einem großen Ganzen, das sich zu einem Gesamtbild von Google zusammenfügt.

Beeindruckende Zahlen

Werfen wir einen Blick auf aktuellen Quartalszahlen von Google. Im abgelaufenen Quartal wurden 17,7 Mrd. $ Umsatz und ein Gewinn von 4,8 Mrd. $ erwirtschaftet. Das sind mehr als beeindruckende Zahlen. Alles gut könnte man meinen. Aber genau das ist der Unterschied zu unendlich vielen anderen Unternehmen. Google lebt und denkt nicht im hier und jetzt. Google lebt im Morgen und übermorgen. Ein etwas detaillierterer Blick in die Zahlen macht das Problem deutlich. 16 Mrd. $ vom Gesamtumsatz stammen aus dem Bereich Werbeeinnahmen und nur 1,7 Mrd. $ stellen Umsätze aus sonstige Einnahmenquellen dar. Das macht die Abhängigkeit von Werbung und Suche offensichtlich. Eine nüchterne Risikobetrachtung nach dem Motto „was wäre, wenn sich der Werbemarkt rückläufig entwickeln würde“ macht das Problem deutlich.

Risiko erkannt

Für Google ist das Risiko nicht neu und so bereitet sich das Unternehmen schon lange auf die Zeit nach der Suchmaschine vor. Die Re-Organisation mit Alphabet ist nur der richtige logische Schritt, das heutige Kerngeschäft vom zukünftigen Geschäft zu trennen. Alphabet organisiert sich in kleine und schlagfertige Einheiten. Google ist dann nur noch ein Bereich im Alphabet – heute aber noch immer der größte und wichtigste. Unter dem Google-Dach unter der neuen Leitung von Sundar Pichai werden weiterhin die bekanntesten Produkte und Dienste stehen, wie die gleichnamige Suchmaschine, die für den Großteil des Umsatzes verantwortlichen Werbenetzwerke AdWords und AdSense, Produkte wie Google Maps, Google Drive, Gmail, das mobile Betriebssystem Android, der Play Store sowie YouTube.

Fokus Disruption

Wie in der Pressemitteilung bereits erwähnt, haben viele Projekte bei Google klein angefangen und heute erreicht man mit Produkten wie Google Maps, YouTube, Chrome und Android die Massen der Menschen. Google will auch weiterhin immer und alles in Frage stellen und weiter disruptiv sein. So hat sich der große Tanker Google in viele kleine dynamische Alphabet-Beiboote aufgeteilt. Innovative Geschäftsbereiche funktionieren anders als das traditionelle Kerngeschäft. Je größer ein Unternehmen wird, desto langsamer wird es in der Regel. Die IT Unternehmen liegen  in puncto Schnelligkeit und Flexibilität traditionellen Unternehmen immer noch Lichtjahre voraus. Aber Fakt ist, das sie langsamer werden.

Komfortzone verlassen

Je größer ein Unternehmen wird, desto schwieriger wird, fortlaufend innovativ zu bleiben. Mit der Größe eines Unternehmens fangen Prozesse, Administration und Bürokratie an, das Unternehmen zu verkrusten und zu verlangsamen. Eine Ausgliederung kann dem entgegenwirken und die alte Schnelligkeit und Innovationskraft wieder zurückbringen. Aber jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Die nun eigenständigen Unternehmen haben nun den Schutzmantel Google verlassen. Plötzlich stehen sie als eigenes Unternehmen im Rampenlicht und müssen nun über Umsatz und Gewinn berichten. So wird nun jede neue Idee unter ganz anderen Gesichtspunkten analysiert und bewertet, wie das vorher im Google Heimathafen oft nicht der Fall war. Hier wurden verrückte Ideen einfach angegangen, einfach mal machen, ohne zu wissen, ob daraus jemals ein Geschäft werden könnte. Das wird sich nun ändern. So stehen der neuen Schnelligkeit und Flexibilität aber auch ganz neue Zwänge gegenüber.

Freiraum für Marken

Aber auch aus Markensicht ist die Umstrukturierung unter dem Alphabet-Dach ein geschickter Schachzug. Heute hat sich Google zu einem Gemischtwarenladen mit vielen unterschiedlichen Marken entwickelt, die zueinander in keinen direkten Zusammenhang stehen. Die einzelnen Marken können nun viel schärfer und sauberer positioniert werden.

Microsoft vs. Google

Mit der Transformation von Google zu Alphabet sei an dieser Stelle ein Vergleich zu Microsoft erlaubt. Vor 15 Jahren wollten Kartellbehörden in den USA Microsoft aus Wettbewerbssicht in eine kleine Einheiten aufteilen. Microsoft hat sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Heute sind sie Folgen offensichtlich. Ein IT Riese, der keine Geige mehr spielt und sich ganz langsam auf den Abgrund zu bewegt.

Vollgas voraus

Google hat mit Alphabet alles richtig gemacht, schüttelt das Unternehmen einmal komplett  durch und sorgt so dafür, dass die Mitarbeiter es sich nicht zu bequem machen und sich aus der Komfortzone bewegen. Google schafft nun mit Alphabet die notwendigen Rahmenbedingungen, sich neu zu erfinden. Man kann über Google denken was man will – aber Sergej Brin und Larry Page machen alles richtig und starten mit Vollgas in die Zukunft durch.

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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung.Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur.Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur.Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert.Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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