Apple und Innovationen – Fluch und Segen

Das Bild zeigt ein Smartphone mit einem Apple Betriebssystem und dem AppStore Icon, dass anstehende Updates anzeigt
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Die Erfolgsgeschichte und die Kraft der Innovationen von Apple sind beeindruckend – sie zeigt aber auch, das diese fortlaufend neu generiert werden müssen.

2007 war die Welt in Ordnung

Wir schreiben das Jahr 2007. Nokia ist der größte Mobilfunkkonzern der Welt und das finnische Betriebssystem Symbian OS hat einen Marktanteil von deutlich über 60%. Das ist zwar keine Monopolstellung aber man kann an dieser Stelle schon von einer marktdominierenden Dominanz sprechen. Die Handy-Welt war also fest in finnischer Hand und die Produkte von Nokia waren beliebt und so etwas wie “state-of-the-art”.

Apple hat die Wende eingeleitet

Aber das Jahr 2007 war ein kritischer Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte von NOKIA. Ein neuer Wettbewerber aus Cupertino trat in den Markt ein. Zur damaligen Zeit nahmen einige Marktteilnehmer das Apple iPhone nicht wirklich ernst, gerne erinnert man sich an die zynischen Worte des damaligen CEO von Microsoft Steve Ballmer, der das iPhone verspottete.

Kundenbedürfnisse spüren

Was dann folgte ist bekannt – Apple hat den Markt nachhaltig verändert und erobert. Die Kunst ist es, ein Produkt am Markt zu platzieren und einen Bedarf beim Kunden zu befriedigen, den sie vorher überhaupt nicht hätten artikulieren können. Die Kunden waren in der Regel mit Ihren Nokia Handy zufrieden. Niemand hatte den Bedarf nach einem Smartphone, nach Touch, Gestensteuerung und Apps. Genau hier hat Apple den Telekommunikationsmarkt nachhaltig verändert, seine Produkte erfolgreich platziert und sich gegenüber dem Wettbewerb einen komfortablen zeitlichen Vorsprung erarbeitet.

Sinkflug eingeleitet

Ab diesem Zeitpunkt war es dramatisch zu erleben, wie die Marktanteile von NOKIA und Symbian OS sich quartalsweise immer weiter reduzierten – bis zum Nullpunkt. Microsoft selber hat in fünfzehn Jahren kein Bein in den Handymarkt bekommen und daran hat auch die Übernahme von Nokia mit der darauffolgenden Zerschlagung nichts geändert. Wohl niemand hätte es bis 2007 für möglich gehalten, dass es eines Tages die Marke NOKIA nicht mehr geben würde.

Jahrelanges Wachstum

Apple hat in der letzten Dekade ein beachtliches Wachstum hingelegt, Rekordgewinne eingefahren und sich zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt entwickelt. Dabei hat das iPhone in der Apple Bilanz mittlerweile einen Umsatzanteil von 60%. Bis hier hin hat Apple alles richtig gemacht und einfach den Nerv der damaligen Zeit getroffen.

Am Wendepunkt

Betrachtet man das “S-Kurvenmodell”, dann verlaufen Innovationen immer nach dem gleichen Muster ab. Nach der Entstehungs- und Wachstums- folgen Reife- und Alterungsphase. Betrachtet man die Kurve genau, dann stellt man den Wendepunkt, also das Ändern der Kurvenrichtung, bereits in der Wachstumsphase fest. Diesen Punkt hat Apple schon längere Zeit überschritten, das Wachstum hat sich verlangsamt und ist nun rückläufig. Genau an diesem Wendepunkt ist es der perfekte Zeitpunkt für neue Produktinnovationen. In diesem Dilemma steckt Apple nun tief drin.

Wettbewerb hat aufgeholt

Immer neue Innovationen werden schwierig und der Wettbewerb hat aufgeholt. Neue Marktteilnehmer bieten funktional vergleichbare Produkte zu deutlich geringeren Kosten an. Die Märkte sättigen sich langsam und nicht jeder Apple Kunde ist bereit, im 24-Monatsintervall sein iPhone und/oder Tablet ohne großartige Neuerungen auszutauschen.

Neue Innovationen

Der in dieser Woche vermeldete Umsatz- und Gewinnrückgang von Apple ist ein Einschnitt in die Unternehmensentwicklung. Die starke Fokussierung und Abhängigkeit von einem Produkt fällt Apple nun mächtig auf die Füße. Neue Wachstumsfelder, beispielsweise wie ein sich am Horizont anzeichnendes Apple iCar, werden wohl erst zum Ende des Jahrzehnts verfügbar sein. So bleibt es spannend zu sehen, wie sich Apple in der Ära nach Steve Jobs entwickelt und weitere echte, bahnbrechende Innovationen veröffentlicht. Eines muss Apple am Bespiel von Nokia immer bewusst sein – wie schnell sich die Rolle eines Marktführers ohne Innovationen verändern und aus einem Steig- ein Sinkflug werden kann.

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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung.Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur.Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur.Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert.Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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