Pikachu, Pokémon Go und Industrie 4.0

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Das neue Online-Spiel Pokémon Go von Nintendo ist in aller Munde und hat auf den ersten Blick eigentlich nur sehr wenig mit Industrie 4.0 zu tun – oder?

Pokémon auf dem Vormarsch

Wenn es ein Online-Spiel in diverse Nachrichten-Sendungen bringt, dann ist es wert, einmal genauer hinzuschauen. Aber ein Online-Spiel hat zunächst keinen Bezug zu den Themen Industrie 4.0 und Digitalisierung und damit eigentlich nichts auf diesem Blog verloren – oder?

Ein Blick zurück

Um das Thema und die Bedeutung ein wenig zu verstehen, macht ein kurzer Blick in die Unternehmensgeschichte von Nintendo, dem japanischen Hersteller von Videospielen und Spielkonsolen, Sinn. Vielen Menschen sind die mobilen Geräte wie Game-Boy und Nintendo DS ein Begriff. Aber auch die stationäre Konsole Wii hat große Bekanntheit erlangt.

Fortlaufende Innovationen

Nintendo hat es immer wieder geschafft, neue Innovationen auf den Markt zu bringen. Mit der mobilen Konsole Nintendo DS hat Nintendo in 2005 den Sprung in den mobilen Spiele-Markt gewagt und damit ein durchaus glückliches Händchen bewiesen. Schon zur damaligen Zeit war der Wettbewerb mit der Sony Playstation und der Xbox von Microsoft gewaltig.

Neue Trends

Im gleichen Jahr wurde mit der Wii eine völlig neue Generation von Spielekonsolen eingeführt. Die Fernbedienung wurde nur in einer Hand gehalten, integrierte Sensoren messen die Bewegungen des Spielers und senden diese drahtlos an die Konsole. Mit der Wii hat Nintendo erneut neue Trends am Markt gesetzt.

Neuer Wettbewerb

Seit dem das iPhone von Apple im Jahr 2007 in den Markt eingetreten ist und seinen Siegeszug angetreten hat, haben sich auch die Regeln im Spiele-Markt nachhaltig verändert. Immer mehr Menschen nutzen das Smartphone oder Tablet anstatt einer stationären Konsole zum Spielen. Diese massiven Änderungen hat auch Nintendo schmerzlich erfahren müssen. Das Geschäftsjahr 2011 endete für Nintendo erstmals seit 30 Jahren mit einem negativen Geschäftsergebnis.

Flucht nach vorne

Das Unternehmen musste sich entscheiden, wie es sich auf die veränderten Rahmen-Parameter einstellt – entweder den Markt verlassen oder neue innovative Produkte entwickeln. Letzteres scheint Nintendo wieder einmal geglückt zu sein.

Nerv getroffen

Die Tatsache, dass sich Smartphones tief in unser Leben integriert haben, ist ein Fakt. Was liegt näher als diesen Umstand zu akzeptieren. Nintendo hat die Zeichen der Zeit erkannt und mit Pokémon Go ein völlig neues Spiel entwickelt. Und wieder wird Nintendo mobil – waren sie es damals mit der Hardware, werden sie nun mit der Software mobil.

Besteller im Store

Direkt nach dem Markteintritt hat Pokémon Go die iTunes- und Playstore Charts gestürmt. In Bezug auf die Nutzungs-Intensität spielt Pokémon Go jetzt schon in der gleichen App-Liga wie Instagram, Snapchat, Twitter oder WhatsApp. Der Börsenkurs von Nintendo hat das dankbar honoriert und ist um 20% gestiegen. Damit hat die Marktkapitalisierung von Nintendo um beachtliche 7,5 Mrd. Dollar zugelegt.

Fokus High-Tech

Pokémon Go nutzt dabei vorhandene Technologien und setzt auf die marktführenden  Betriebssysteme iOS und Android auf. Das Spiel verwendet dabei das Global Positioning System (GPS) und die Mobilfunk-Ortung um den Standort des Spielers zu ermitteln. Basierend auf den Karten von Google Maps wird der Spieler virtuell auf der Karte positioniert. Die reale Welt ist nun das Spielfeld und dieses wird geschickt mit virtuellen Pokémon-Figuren erweitert. Mit der Kamera, die die reale Welt abbildet und mit den vorhandenen Bewegungssensoren geht es nun auf die Pokemon Jagd. Der Spieler muss an bestimmten auffälligen Objekten in seiner Umgebung virtuelle Figuren platzieren.

Key-Learning Innovation

Es ist bemerkenswert, wie Nintendo es immer wieder schafft, mit innovativen Produkten neue Trends am Markt zu setzen. Die Phase 2011 mit dem negativen Betriebsergebnis ist sicherlich ein tiefer Einschnitt in der Firmengeschichte gewesen. Aber Nintendo hat sich neu ausgerichtet und neu erfunden. Gerade dieses Vorgehen, nicht an den Erfolgen der Vergangenheit festzuhalten und das komplette Geschäftsmodell in Frage zu stellen, ist in der heutigen digitalen Welt wichtiger denn je.

Ausblick Industrie 4.0

Die Technologie Augmented-Reality ist bereits weit fortgeschritten. In Bezug auf Marktakzeptanz und -durchdringung steht das Thema in der Industrie allerdings noch am Anfang. Mit dem gerade aufkommenden Hype um Pokémon Go bekommt nun Augmented-Reality in der Welt der Konsumenten ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Interesse. Das könnte dafür sorgen, dass man sich nun auch verstärkt um sinnvolle Einsatzgebiete in der Industrie Gedanken macht, um die Potentiale dieser Technologie zu nutzen. Es bleibt daher spannend zu verfolgen, ob sich Augmented-Reality in der Industrie aus der Nische in den Mainstream bewegt. Des Weitern gilt es abzuwarten, ob Pokémon Go einen dauerhaften Hype auslöst, oder es sich nur um ein Strohfeuer handelt.

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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung. Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur. Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur. Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert. Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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