Das Bild zeigt einen BMW i3 von DriveNow

Bill Gates, DriveNow und die Zukunft der Elektromobilität

Elektromobilität wird die Fortbewegung nachhaltig verändern. DriveNow ist als einer der führenden Carsharing Anbieter dabei ein wichtiger Treiber.

Anmeldung DriveNow

Bevor es mit dem Testen und Fahren losging, musste man sich erstmal bei DriveNow registrieren. Der Account war schnell eingerichtet und dann der Schreck – PostIdent Verfahren. Das bedeutete wieder zur Post marschieren und versuchen, in den vorgegebenen Öffnungszeiten die Identifizierung durchzuführen. Ich wollte mich gerne JETZT anmelden. Das NOW ist aber Programm und so war ich erfreut, dass es das PostIdent-Verfahren jetzt auch online gibt und es denkbar einfach ist. Jeweils mit Vorder- und Rückseite von Führerschein und Ausweis in die Kamera des Notebooks halten, abschließend selber nochmals den Kopf in die Kamera halten und einmal 180 Grad drehen und das war es – geschafft. Nach wenigen Stunden gab es dann nochmals eine Rückmeldung. Eine Seite des Führerscheins konnte nicht eindeutig gelesen werden. Also nochmals in die Kamera gehalten und das war es nun. Alle Informationen waren nun vollständig auch die 29 EUR Registrierungsgebühr wurden mit einem leichten Grummeln bezahlt.

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App und los

Nach 2 Tagen war es dann soweit und in der Post war die Kundenkarte von DriveNow. Schnell noch die App heruntergeladen und los geht’s. Nun gut – es gibt große Städte in Deutschland und Großstädte. Nürnberg gehört leider zur ersten Gruppe und daher ist DriveNow im Frankenland noch nicht verfügbar. Wie gut, dass ein Termin in München anstand. Somit stand dem Testen nichts mehr im Wege.

Einloggen und suchen

Nach dem Termin ging der erste Griff zur App. Dann hieß es einloggen und suchen. Die App kannte natürlich meinen Standort und plötzlich waren sie da – alle verfügbaren Autos. Ein schier große Anzahl, die über das Stadtgebiet von München verteilt waren. Aber ich wollte ja nicht irgendeinen, sondern einen elektrischen BMW fahren.

iKurt und CheckIn 

Also wurden erstmal alle Fahrzeuge im Filter de-aktiviert und nur der i3 ausgewählt. Die Anzahl der Fahrzeuge wurde entsprechend reduziert. Aber plötzlich war er da – der i3 ganze 2,3 Kilometer von meinem Standort entfernt. Der Wagen hatte nicht nur ein Kennzeichen – er hatte auch einen Namen – Kurt. Was lag da näher als ihn in iKurt umzutaufen und eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Da stand ich nun vor ihm – dem iKurt. Ich hielt nun einfach nur noch meine Kundenkarte vor das Lesegerät, was sich hinter der Scheibe befand, und die Tür zu iKurt wurde geöffnet.

Willkommen in der neuen Welt

Da saß ich nun im iKurt, der mich namentlich begrüßte. iKurt fragte mich nach dem PIN und informierte mich noch über ein paar wesentliche Dinge. Dann ging es tatsächlich los – Start-Knopf gedrückt und der Motor war gestartet. War er das? Es war schon arg ungewöhnlich, kein typisches Motorengeräusch zu hören, aber ja, er war nun an.

Plug and Play

Wie bei BMW üblich hat sich die Navigation mit dem zentralen Drehknopf intuitiv erschlossen. Schnell das Ziel eingestellt, das Smartphone zum Laden angeschlossen und noch das Entertainment-System über Bluetooth gekoppelt und dann ging es los. Die ersten Meter waren noch von neuen Eindrücken und Respekt geprägt. Aber kurz danach war nur noch Spaß angesagt und die ruckfreie sowie schnelle Beschleunigung haben beeindruckt. Beim ersten Zwischenstopp fragte mich mein iKurt, ob ich weiterfahren, parken oder die Miete beenden möchte. Ich entschied mich für das Parken. Nach dem Aussteigen wurde dann iKurt ordnungsgemäß mit dem Smartphone verschlossen. Das Smartphone wird in der Welt des Internet of Things (IoT) immer mehr zum Steuergerät für andere Geräte. Während des Zwischenstopps kam dann eine Nachricht von iKurt. Es machte den Eindruck, dass er einsam wäre und mich vermissen würde. In einer SMS fragte er mich, ob es noch weitergeht oder die Fahrt zu Ende sei. iKurt wollte so vermeiden, dass ich weiter bezahlen müsste – sehr aufmerksam von ihm.

Wachsamer iKurt

Nach dem Zwischenstopp ging es nun weiter. Im Display wurde eine Reichweite der Batterie von über 90 Kilometer angezeigt, was für die Erkundung in München reichen sollte. Es war aber interessant, sich selbst zu beobachten. Die Reichweite wurde permanent beobachtet, die sich natürlich fortlaufend verringert hat. Exakt an dieser Stelle wurde der Unterschied von der Fortbewegung mit einem traditionellen Verbrennungsmotor zu einem Elektroauto sichtbar. Bei einem Verbrennungsmotor muss man sich nicht einmal ansatzweise Gedanken um das Auftanken machen. In der Regel kann die Tankanzeige im roten Bereich sein und man wird nicht unruhig. Mehr als 14.000 Tankstellen sorgen dafür, dass man mehr oder weniger an jedem Fleck in Deutschland innerhalb weniger Minuten die nächste Tankstelle findet.

Wandel der Denkweise

Elektromobilität steht heute erst am Beginn. An dem Wandel führt aber kein Weg vorbei und das Elektroauto hat eine erfolgreiche Zukunft vor sich. Die Probleme

  • der geringen Reichweite,
  • des hohen Preises und
  • der schwachen Ladestellen-Infrastruktur

werden gelöst werden. Irgendwann wird man mit dem Elektroauto so unbeschwert seine Fahrt antreten und sich über das Laden genauso viele Gedanken machen wie heute um das Nachtanken bei Verbrennungsmotoren. Aber Elektromobilität ist heute schon möglich und man muss nicht noch Jahre warten. An dieser Stelle muss man nur ein wenig seine Denkweise ändern und sich mit dem Thema Laden beschäftigen. Dabei muss nur geklärt werden,

  • wo man,
  • wie,
  • mit welchen technischen Rahmenbedingungen aufladen kann und
  • wie lange das dauert.

Gerade längere Strecken benötigen ein wenig Planung. Aber das ist keine große Hürde – wenn man will.

Ausblick Elektromobilität

Ende der 1990er Jahre veröffentlichte Bill Gates in seinem Buch seine Vision der Informationstechnologie, das jeder, zu jeder Zeit an jedem Ort und auf jedem Gerät Zugang zu Informationen hat – everyone, any time, any place and any device. Anderthalb Jahrzehnte später scheint diese Vision Realität geworden zu sein. Die Vision der Informationstechnologie könnte man hervorragend auf die aktuelle Situation der Elektromobilität übertragen. Die Art und Weise, wie wir uns zukünftig fortbewegen, wird sich fundamental wandeln und vielleicht beschreibt diese Vision das gut. Jeder Mensch wird dann die Möglichkeit haben,

  • zu jeder Zeit,
  • an jedem Ort
  • das Fortbewegungsmittel seiner Wahl, egal ob Flugzeug, Bus, Bahn oder Elektroauto,
  • auf jedem mobilen Gerät zu wählen.

Leuchtturm DriveNow

Als einer der führenden Anbieter hat DriveNow, das Joint Venture von BMW und Sixt, das Thema Carsharing erfolgreich am deutschen Markt etabliert. Der Erfolg und die Wachstumszahlen sprechen eine beeindruckende Sprache für das Unternehmen aber auch das Thema Carsharing. Nach dem die ersten Großstädte sehr gut abgedeckt sind, wird das Angebot sicherlich weiterhin auch in kleinen Städten und Randgebieten verbreitern. DriveNow und Carsharing sind somit ein wichtiger Treiber für Elektromobilität.

Weitere Informationen:

Bildquelle: DriveNow

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Bill Gates, DriveNow und die Zukunft der Elektromobilität
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Bill Gates, DriveNow und die Zukunft der Elektromobilität
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Elektromobilität wird die Fortbewegung nachhaltig verändern. DriveNow ist als einer der führenden Carsharing Anbieter dabei ein wichtiger Treiber.
Andreas Schulz
Ingenieurversteher
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