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Am 05. August 1888 hat Bertha Benz gleich mehrere Tabus gebrochen – und damit den Weg zum erfolgreichen Durchbruch des Automobils geebnet.

Benz und die mutige Entscheidung

Vor nun 128 Jahren hat Bertha Benz mit Ihrem starken Willen ihrem Mann Carl Benz und seinem Automobil zum Erfolg verholfen. Am Morgen des 05. August 1888 setzte sich an das Lenkrad des von Carl Benz entworfenen Automobils. Sie legte in zwölf Stunden und mit 2,5 PS die 106 Kilometer Strecke von Mannheim nach Pforzheim zu Ihrer Schwester zurück. Ihre beiden vom Automobil begeisterten 13- und 15-jährigen Söhne Richard und Eugen haben Ihre Mutter begleitet auf der Reise begleitet.

Tabus gebrochen

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass weder das Auto eine Zulassung noch Bertha Benz eine Fahrerlaubnis hatte. Ihr Mann, der von dem Vorhaben nicht informiert war, hätte es seiner Frau auch nicht gestattet. Das Unternehmen hätte auch anders enden können. Mit völliger Begeisterung und Überzeugung trieb sie das Projekt voran und ging dabei an Grenzen und vielleicht auch manchmal darüber hinweg.

Erfolgreiche Kampagne

Zur damaligen Zeit gab es viele Vorbehalte gegen das Automobil. Pferdekutschen dominierten das Straßenbild und die Menschen taten sich mit dieser neuen Form der Fortbewegung schwer. Das Automobil war neu und so anders. Des Weiteren war es laut und verschreckte die Pferde. Sie belächelten den Benzinwagen und forderten, dass die Straße den Pferden gehöre. Der wirtschaftliche Erfolg blieb aus und Carl Benz dachte über das Aufgeben nach. Mit Ihrem Mut hat Bertha Benz großartiges geleistet. Als erste Testfahrerin hat sie den Beweis angetreten, dass das Automobil straßen- und langstreckentauglich ist.

Glaube an Technologie

Aber nicht nur der Ihr Mut und der starke Wille zur pionierhaften Langstreckenfahrt waren bemerkenswert. Wie tief der Glaube an Ihren Mann und die Technologie waren beweist die Tatsache, dass Bertha Benz sich bereits 1871 Ihre Aussteuer aus bezahlen ließ. Sie investierte das Geld in Ihren Verlobten und seinen Traum vom Automobil. So nimmt die energische Bertha Benz auch die Rolle einer Investorin ein.

Technik im Blut

Wie tief das technische Verständnis von Bertha Benz war, ist nicht eindeutig überliefert. Sie unterstütze Ihren Mann beim Wickeln von Zündspulen. Bei ihrer Langstreckenfahrt soll sie eine verstopfte Benzinleitung mit ihrer Hutnadel gesäubert und die Zündung mit ihrem Strumpfband isoliert haben. Das plötzlich fehlende Kühlwasser füllte sie ebenso wie das Benzin nach, dass sie aus der Apotheke erwarb.

Wirtschaftlicher Durchbruch

Bereits 1889 stieg auf der Weltausstellung in Paris die Nachfrage für sein Automobil. Der endgültige Durchbruch dauerte allerdings noch bis 1894. Mit einem neuen Modell, dem Benz Velo, gelang die erste Großserie mit insgesamt 1.200 verkauften Einheiten.

Interessante Rückblicke

Es ist manchmal interessant, in die Vergangenheit zu schauen und damalige Situation mit der Gegenwart zu vergleichen. Die Sorgen und Nöte der Menschen bei der Einführung der Dampfmaschine sind durchaus mit den heutigen Diskussionen um den „Jobkiller Roboter“ zu vergleichen. Aber auch die Situation von Bertha und Carl Benz ist es wert zu vergleichen. Genau wie damals stehen wir heute vor einem grundlegenden Wandel in der Art und Weise wie wir uns fortbewegen werden. War es damals der Wechsel von der Kutsche zum Automobil, sind es heute völlig neue Mobilitätskonzepte wie beispielsweise Carsharing oder neue Technologien wie das Elektro– oder Roboterauto. Auch heute spürt man in unserer Gesellschaft die Vorbehalte gegen den bevorstehenden Wandel und die neuen Technologien, die schrittweise ihren Weg in die Praxis finden.

Von Benz lernen

Aus dem Beispiel von Carl und Bertha Benz kann man auch heute noch lernen. Eine gute Technologie entwickelt zu haben ist wichtig. Aber nur die Technologie ist nicht ausreichend, auch automatisch einen wirtschaftlichen Erfolg zu verzeichnen. Der deutsche Ingenieur neigt punktuell dazu, zu sehr technikverliebt zu sein, zu wenig kunden- und marketingorientiert zu sein. Carl Benz lehrt uns weiterhin, dass wirtschaftlicher Erfolg oft ein Marathon und weniger ein Sprint ist. Der Glaube in die Technologie, Mut und Durchhaltevermögen sind wichtige Faktoren. Bertha Benz rundet das Bild mit der Bereitschaft und dem Mut zur Investition, aber auch dem Willen an Grenzen zu gehen, entsprechend ab.

TESLA hat es verstanden

In der heutigen Zeit haben wir mit Elon Musk und TESLA ein ähnliches Beispiel. Das Elektroauto ist ein völlig neues Antriebskonzept und wird das Automobil nachhaltig verändern. Mit neuer Technologie wie dem autonomen Fahren werden nun völlig neue Mobilitätskonzepte Wirklichkeit. Elon Musk ist ein Visionär, der über das notwendige Kapital verfügt und es geschickt versteht, die Botschaft in den Markt zu tragen. Er hat den langen Atem, den festen Glauben an seine Vision und den unbedingten Willen zum Erfolg. Menschen wie Carl Benz und Elon Musk sind es, die die Welt verändern.

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Bertha Benz. Eine Automobil-Pionierin, die Tabus gebrochen hat
Titel
Bertha Benz. Eine Automobil-Pionierin, die Tabus gebrochen hat
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Am 05. August 1888 hat Bertha Benz gleich mehrere Tabus gebrochen – und damit den Weg zum erfolgreichen Durchbruch des Automobils geebnet.
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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung.Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur.Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur.Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert.Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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