Positive Industrie 4.0 Signale von der Hannover Messe Industrie 2017

Das Bild zeigt einen Roboter auf schwarzem Hintergrund
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Über den Sinn von Messen im digitalen Zeitalter wird immer mal wieder diskutiert. Aber die Hannover Messe Industrie 2017 ist ein guter Beweis dafür, dass es sich eben immer noch lohnt, Messen zu veranstalten und zu besuchen bzw. auszustellen. So zieht die Deutsche Messe AG ein durchweg positives Feedback der fünftägigen internationalen Industrie-Messe, in der mehr Besucher, mehr Lösungen und mehr Internationalität festzustellen war. Die Messe war geprägt von vielen unterschiedlichen Facetten der Digitalisierung und der vierten industriellen Revolution.

Industrie 4.0 erleben

Das Ziel der Hannover Messe war es unter anderem „Nutzen erlebbar zu machen“. Das Thema Industrie 4.0 verstehen Unternehmen heute noch sehr unterschiedlich. Umso wichtiger ist es, an konkreten Beispielen zu diskutieren. Die SmartFactory vom Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat das mit dem Industrie 4.0 Showcase eindrucksvoll demonstriert. Der modular aufgebaute Showcase hat mit insgesamt achtzehn Partner herstellerübergreifend eine komplette Wertschöpfungskette aufgebaut. Basierend auf modernster Informations- und Automatisierungs-Technologie zeigt der Showcase heute bereits, wie die intelligente Fabrik von morgen funktionieren kann. Von der Idee bis zum fertigen Produkt können dabei alle Industrie 4.0 Aspekte demonstriert werden.

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Impressionen Hannover Messe Industrie 2017

Cobots sind auf dem Vormarsch

Bei einem Besuch von Universal Robots, dem Pionier der kollaborierenden Roboter (Cobots), wurde klar, dass die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter Realität geworden ist. Helmut Schmid, Geschäftsführer der Universal Robots GmbH, stellte in einem Interview heraus, dass das Unternehmen auch weiterhin in einem hohen zweistelligen Bereich wächst. Dass es immer mehr Wettbewerb gibt findet Schmid eher förderlich, denn so gelangt das Thema immer mehr in die Breite.

Für den deutschen Mittelstand sieht Helmut Schmid noch große Chancen, mit Cobots Produktivitäts-Potentiale zu realisieren. Mit Universal Robots+, einer Plattform, in der Entwickler Lösungen für Roboter entwickeln können und der neuen Akademie sieht sich Universal Robots gut für die Zukunft gerüstet.

Produktion kehrt zurück nach Deutschland

Die Presse-Konferenz des Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI), auf der eine Marktstudie vorgestellt wurde, macht Mut. Dirk Appel, Direktor des VDI, stellte fest „Der Einsatz von Digitalisierungstechnologien wirkt sich positiv auf die Rückverlagerung von Produktionskapazitäten nach Deutschland aus“. Aber Dirk Appel hat neben möglichen Rückverlagerungen auch das Schreckgespenst Digitalisierung entzaubert in dem er bemerkte „Die Vernichtung von Arbeitsplätzen ist keinesfalls so klar, wie in einigen Studie behauptet wird.

Die Digitalisierung kann vielmehr dazu beitragen, Jobs am Standort Deutschland zu sichern“. Auch Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) unterstreicht den positiven Trend mit der Aussage „Industrie 4.0 ist kein Testfeld mehr, sondern die konkrete Umsetzung der Digitalisierung zum Nutzen der Anwender“.

Digitalisierung ist eine Jobmaschine

Auch Dr. Stefan Aßmann, Leiter Bosch Connected Industry blickt für Bosch positiv in die Zukunft. In der Fabrik der Zukunft dominieren Sensoren, Software und Services das Geschehen. Hier sieht Dr. Aßmann Bosch hervorragend positioniert. Er unterstrich auch nochmals die geplante Neueinstellung von bis zu 20.000 neuen Arbeitsplätzen bei Bosch. Das Unternehmen setzt auf den digitalen Wandel und hat sich entsprechend komplett neu ausgerichtet.

Bildung Schlüssel zum Erfolg

Als in Deutschland aktiver Globalplayer hat auch Cisco voll auf die Digitalisierung gesetzt. Welche strategisch wichtige Bedeutung der deutsche Markt für Cisco hat, unterstreicht die Tatsache, dass mit dem Projekt „Deutschland Digital“ etwa 500 Mio. Dollar in den lokalen Markt investiert. Neben den Themen Innovationen und Sicherheit ist Oliver Tuszik, Geschäftsführer von Cisco Deutschland, besonders das Thema Bildung ein wichtiges Anliegen. Der Geschäftsführer blickt äußert positiv in die Zukunft.

Er hebt aber auch in dem Interview mit der Aussage „Bis zu 90% aller Arbeitsplätze werden ohne IT-Kenntnisse nicht haltbar sein“ mahnend den Finger. Des Weiteren sensibilisiert er dafür, dass uns ein großer Wandel in der Arbeitswelt bevorsteht und viele Jobs von morgen heute überhaupt noch nicht existieren. Mit der Networking Academy, dem Cisco Innovationszentrum openBerlin und auch der Innovation Alliance hat Cisco wichtige Initiativen gestartet um einem erfolgreichen Beitrag für die Digitalisierung zu leisten.

ITK-Infrastrukturausbau notwendig

Auch der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) unterstreicht im Rahmen des „VDE Tec Report 2017“, einer Umfrage des VDE unter den 1.300 Mitgliedsunternehmen und Hochschulen der Elektro- und Informationstechnik, die Wichtigkeit einer Bildungsoffensive. Darüber hinaus betont der Verband aber auch die Wichtigkeit des IKT-Infrastrukturausbaus, der dringend vorangetrieben werden muss. Mit den richtigen Maßnahmen blickt aber auch der Verband durchweg positiv in die Zukunft. Aber es ist alles andere als angebracht, sich entspannt zurückzulehnen.

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Positive Industrie 4.0 Signale von der Hannover Messe Industrie 2017
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Positive Industrie 4.0 Signale von der Hannover Messe Industrie 2017
Beschreibung
Die Deutsche Messe zieht ein durchweg positives Feedback zur "Hannover Messe Industrie 2017". Die HMI zeigte viele unterschiedliche Industrie 4.0 Aspekte.
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Ingenieurversteher
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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung. Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur. Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur. Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert. Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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