Zwei Roboterköpfe stehen sich gegenüber und schauen sich an. Thema
Bildquelle: iStock 000047668238

Roboter sind weiter auf dem Vormarsch. Dabei dringen gerade neue kollaborierende Roboter (Cobots) immer tiefer in die Unternehmen vor.

Hohe Automatisierung

Mit etwa 300 Robotern auf 10.000 Arbeitsplätze in Deutschland liegen wir weltweit auf Platz 4 nach Südkorea, Singapur und Japan. Für Deutschland als Industriestandort und Hochlohnland ist die Automatisierung wichtig. Mit einer hohen Produktivität stellen wir als Exportland auch weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit sicher.

Kollege Roboter

Die Automatisierung ist aber nicht am Ende angekommen. Vielmehr startet sie jetzt erst richtig durch. Das hängt unter anderem mit einer völlig neuen Generation von Robotern zusammen. Im Gegensatz zu traditionellen Robotern in der Industrie haben die kollaborierenden Roboter ganz andere Einsatzmöglichkeiten. Der Pionier Universal Robots hat die Roboter aus dem Käfig entlassen. Die Cobots haben sich nun auf den Weg gemacht, Hand-in-Hand mit dem Mitarbeiter in der Produktion gemeinsam zu arbeiten. Dabei entstehen nun völlig neue Szenarien in der “Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK)”.

Mittelstand mit Nachholbedarf

Die neue Generation von Cobots macht es möglich, ohne große Programmierkenntnisse einfache Aufgaben in der Produktion oder anderen Bereichen zu vereinfachen. Mit den geringen Anschaffungskosten ist eine Amortisation in der Regel in wenigen Monaten möglich. Darüber hinaus sind Projekte überschaubar und nicht sehr komplex. Das hat zur Folge, dass gerade der Mittelstand ein hohes Interesse an den Cobots hat. Denn kleine und mittlere Unternehmen haben den gleichen Druck zur Automatisierung wie große Unternehmen.

Blick auf Automobilbauer

Jeder Kritiker sollte sich die Zeit nehmen um einen Automobilhersteller zu besuchen. Bei der Werksführung wird er feststellen, dass sich in verschiedenen Bereichen der Produktion nahezu keine Menschen befinden. In der Regel befinden sich im Karosseriebau und in der Lackiererei (fast) keine Menschen mehr. Im Gegensatz dazu werden Roboter in der Endmontage nur zu einem verschwindend geringen Anteil vorgefunden. Hier ist der Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten auch weiterhin gefragt.

Vorbild Dampfmaschine

Roboter sind nicht böse und sie vernichten auch keine Arbeitsplätze. Wohl aber verändern sie die Arbeitswelt. Als Mitarbeiter müssen wir uns darauf einstellen. An dieser Stelle können wir aus der Vergangenheit lernen. Vor zweihundert Jahren haben die Menschen in England Angst vor der Dampfmaschine gehabt. Diese hat die Arbeit mit automatisierten Webstühlen grundlegend verändert.

Keinesfalls hat sie den Mitarbeiter aus der Fabrik gedrängt. Aber die Arbeitsinhalte haben sich durchaus geändert. Mit den Robotern ist es wie mit der Dampfmaschine – man muss sie nicht mögen. Allerdings werden wir den Trend und die Notwendigkeit zur Automatisierung nicht aufhalten. Wir tun gut daran, diese Tatsache anzunehmen und uns darauf einzustellen.

Auf Stärken fokussieren

Wir müssen verstehen, dass es Bereiche gibt, in denen es einfach keinen Sinn macht, gegen den Roboter zu konkurrieren. Wir werden nicht in der Lage sein, besser und günstiger zu schweißen oder zu lackieren, als es der Roboter kann. In der Zukunft müssen wir die Bereiche in der Arbeitswelt finden, wo wir unsere Fähigkeiten zielgerichtet einsetzen können und dem Roboter überlegen sind.

Weitere Informationen:

Bildquelle: istock 000047668238

Anzahl Zeichen: 3.361

Summary
Roboter sind nicht böse und vernichten keine Arbeitsplätze
Titel
Roboter sind nicht böse und vernichten keine Arbeitsplätze
Beschreibung
Roboter sind weiter auf dem Vormarsch. Dabei dringen gerade neue kollaborierende Roboter (Cobots) immer tiefer in die Unternehmen vor.
Autor
Veröffentlicht durch
Ingenieurversteher
Logo

Teilen
Vorheriger ArtikelTE Connectivity und das digitale Nervensystem im Elektroauto (Interview)
Nächster ArtikelBrauchen wir ein Ministerium für das Thema Digitalisierung?
//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung.Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur.Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur.Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert.Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here