Bremse los bei der Digitalisierung in der Automobil- und Gesundheitsindustrie!

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Der nachfolgende Gastartikel von der Bloggerin Constanze Zeller vergleicht die Automobil- und Gesundheitsindustrie bei der Digitalisierung.

Es könnte deutlich schneller gehen, wir hätten längst schon weiter sein müssen, wir verlieren international den Anschluss – wie oft haben wir dies in letzter Zeit schon gehört? Zwei Branchen sind in der aktuellen Diskussion um Digitalisierung ganz vorn dabei: die Automobil- und die Gesundheitsbranche. Es sind Branchen, die mehr miteinander verbindet als die traurige Gewissheit „Diesel-Abgase machen Menschen krank“. Was beide Branchen brauchen, ist der ehrliche Wille zur Veränderung – und zwar nicht aus Zwang, sondern aus Überzeugung. Hierfür gibt es gute Gründe.

Made in Germany

Ob Fahrzeugbau, Medizintechnik, Zulieferindustrie oder ärztliche Versorgung – all dies gehört zu unseren traditionellen Stärken. Wir erhalten Anerkennung im Ausland und dürfen zu Recht stolz auf die Entwicklungen und Innovationen der letzten Jahrzehnte sein. Exportschlager und Millionen Arbeitsplätze verdeutlichen die Bedeutung der Branchen.

Gleichzeitig sind es gut ernährte Schwergewichte, denen schnelle Sprünge nicht sofort gelingen. Die mit gewachsenen, teilweise veralteten Prozessen und Strukturen kämpfen. Deren fortschrittliches Potenzial an die Tür klopft, während der übereifrige Deutsche den passgenau gefrästen Schlüssel sucht. Augen auf, Germany! Sonst rennen uns andere die Tür ein.

Unverzichtbare Lebensqualität

Was wollen wir, heute und im Alter? Lebensqualität bedeutet für die meisten, gesund und mobil zu sein. Eine optimale wohnortnahe medizinische und pflegerische Versorgung, ein gut ausgebautes Verkehrsnetz. Mobilität, die man sich leisten kann und Praxis-Wartezeiten, die einem nicht den Tag vermiesen.

Vieles ist schon zur Selbstverständlichkeit geworden und entsprechend hoch sind unsere Anforderungen. Ob es um Fahr-, Luft- oder Behandlungsqualität geht: Vieles ist schon gut. Aber es gibt nichts, das man nicht noch besser machen könnte.

Mein Leben in deinen Händen

Sowohl dem Arzt als auch dem Auto vertrauen wir täglich das Wertvollste an, das wir besitzen: unser Leben. Und sowohl ein Krankenhausaufenthalt als auch eine Autofahrt waren nie so sicher wie heute, dank Leitlinien, Standards, Zertifizierungen und vielem mehr. Natürlich wissen wir das – und so möchten wir uns dieses Gefühl allzu gern bewahren.

Der Aufbruch in die Welt der Digitalisierung ist mit vielen Unbekannten verbunden – doch Patienten und Autofahrer sind empfindsame Seelen. Wir zaudern und zögern: Kann ich dem autonomen Auto vertrauen? Kann die App die Dosierung wirklich so gut berechnen wie der Arzt? Wo früher Dampfmaschinen zerstört wurden, agieren wir heute etwas gesitteter: Wir steigen einfach auf die Bremse: politisch, gesellschaftlich, aber auch jeder Einzelne. Was dagegen hilft, ist Kommunikation – und zwar ehrlich, authentisch und im Sinne der Nutzer, nicht der Macher.

Navigieren, aber richtig!

Keine Frage, wir haben es mit langwierigen, komplizierten Prozessen zu tun. Dazu unzähligen Beteiligten, verzwickten Netzwerken und raffinierten Lobbyisten. Es sind nicht nur technische Fragestellungen, die uns manchmal die Sicht vernebeln, sondern auch ethische. Wo es keine Wegweiser gibt, müssen wir sie uns selbst schaffen, um eine einheitliche, transparente Infrastruktur aufzubauen, beispielsweise bei der elektronischen Gesundheitskarte oder der Schaffung von E-Tankstellen.

Seien wir mutig: Absprachen zu treffen und Fristen zu setzen, die nicht bei Bedarf verschoben werden. Entwicklungen, die vielen schaden und einzelne bereichern, nicht nur zu verurteilen, sondern auch zu bestrafen. Innovative Kleinunternehmen zu fördern statt immer nur die großen Player zu belohnen. An Ideen mangelt es nicht. Start Ups schießen wie Pilze aus dem Boden. Die Herausforderung ist eher die kluge und koordinierte Umsetzung und Zusammenführung all dieser Ideen. Wir müssen die Bremse loslassen, aber das Steuer in der Hand behalten.

Was für eine schöne Vorstellung: Im Notfall fahren wir emissionsfrei, autonom und sicher auf schnellstem Wege in ein modernes und vernetztes Krankenhaus, in dem nicht nur die Technik, sondern auch die Mitarbeiter auf dem neuesten Stand sind. Digitalisierung hilft uns, dass wir uns sowohl während der Fahrt als auch in der Klinik um das kümmern können, was wirklich zählt: den Menschen.

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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung. Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur. Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur. Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert. Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.