Das Bild zeigt Ursula Wingfield, Vorsitzende der Geschäftsführung bei Alphabet Deutschland, im Interview zum Thema eMobility im Flottenmanagement
Bildquelle: Alphabet

Im nachfolgenden Interview nimmt Ursula Wingfield, Vorsitzende der Geschäftsführung bei Alphabet Deutschland, Stellung zum Thema eMobility im Flottenmanagement.

Von den 152.000 Bestandsfahrzeugen bei Alphabet Deutschland sind aktuell ca. 3.000 Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb unterwegs. Woran liegen die niedrigen Zahlen?

Von niedrigen Zahlen kann hier nicht die Rede sein. Betrachten wir den Gesamtkontext: Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren Anfang 2017 rund 34.000 reine E-Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs. Das bedeutet, dass mittlerweile über sieben Prozent aller hier zugelassenen reinen Elektrofahrzeuge über Alphabet geleast sind, unseren erfreulichen Bestellvorlauf in diesem Jahr noch nicht mitgerechnet.

Damit zählen wir in unserer Branche mit Sicherheit zu den größten Befähigern von eMobility in Deutschland. Zudem verzeichnen wir enorme Wachstumsraten in diesem Bereich – seit Anfang 2015 hat sich der eMobility-Bestand bei Alphabet Deutschland fast verdoppelt.

Selbstredend steckt darin noch viel Potenzial. Wir haben deutschlandweit verschiedene Projekte lanciert – sowohl im Pkw- als auch im Transporter-Bereich – und werden den Bestand an E-Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden künftig weiter ausbauen.

Was sagen Ihre Kunden zum Thema eMobility? Wie groß ist die Nachfrage, ihren Fuhrpark ganz oder teilweise zu elektrifizieren?

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um Dieselfahrzeuge oder Feinstaubbelastungen gewinnt eMobility noch weiter an Attraktivität. Auch sind in den meisten Unternehmen CO2-Obergrenzen und Treibstoffverbrauch in der Car Policy festgeschrieben.

Viele unserer Kunden planen deshalb, weitere Teile ihrer Flotte in diesem Jahr zu elektrifizieren. Wir begleiten sie dabei über den gesamten Prozess – und damit weit über die Wahl des geeigneten E-Fahrzeugs hinaus.

Wie verändert Elektromobilität Ihre Angebotspalette? Wie sieht Ihre eMobility-Strategie aus?

Mit unserer umfassenden eMobility-Lösung AlphaElectric sind wir bereits seit 2013 erfolgreich am Markt. Wir beraten nicht nur bei der Wahl des Antriebskonzepts und des Fahrzeugs, sondern auch bei der passenden Ladeinfrastruktur und geeigneten Service-Leistungen wie etwa

  • Werkstatt- und Reifenservice,
  • Schadenmanagement oder
  • Ersatzmobilität.

So bekommt jeder Kunde ein genau auf seine Bedürfnisse zugeschnittenes Paket. Kürzlich haben wir AlphaElectric um einen zentralen Baustein erweitert: Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Digital Energy Solutions unterstützen wir in allen Fragen der Energieoptimierung im Fuhrpark.

Das umfasst die

  • Beratung,
  • Planung und
  • Realisierung

von intelligenten Lade- und übersichtlichen Abrechnungslösungen für das Laden am Firmenstandort, an öffentlichen Ladestationen und beim Dienstwagennutzer zu Hause. Darüber hinaus profitieren Unternehmen von weiteren Vorteilen beim Energiemanagement, etwa durch die Integration von regenerativen Energien oder Maßnahmen zur Vermeidung von Lastspitzen.

Indem wir Mobilität und Energiemanagement als eine Einheit behandeln, können wir umfassendere Handlungsempfehlungen zur Kosten- und CO2-Reduktion ableiten. Ein großer Mehrwert für Unternehmen – aus einer Hand.

Welche Elektrofahrzeuge befinden sich aktuell in Ihrem Angebot? Welchen neuen Modelle/Hersteller planen Sie zu integrieren?

Alphabet ist zwar ein Unternehmen der BMW Group, als All-Brand-Captive verfolgen wir jedoch eine markenunabhängige Strategie. Wir beraten unsere Kunden ausschließlich entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse. Sie erhalten bei uns reine E-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride sämtlicher  Marken und Modelle.

Zunehmende Nachfrage verzeichnen wir bei Elektro-Transportern, den sogenannten eLCVs. Diese eignen sich insbesondere für Kurier- und Paketdienste im innerstädtischen Einsatz. So sind wir beispielsweise seit Kurzem Leasingpartner der Streetscooter GmbH, einer Tochter der Deutsche Post DHL Group. Kunden können die von der Deutschen Post bekannten Streetscooter über Alphabet leasen.

Das Thema Elektroauto hat in Deutschland Startschwierigkeiten. Wo liegen die Gründe dafür?

Das stimmt, es gibt leider noch immer Vorbehalte. Die gängigsten lauten:

  • zu teuer,
  • zu geringe Reichweite,
  • ungenügende Infrastruktur.

Sie lassen sich allesamt widerlegen. Beispiel Reichweitenangst: Die meisten Flottenfahrzeuge legen pro Tag ohnehin weniger als 150 Kilometer zurück. Für solche Strecken sind E-Fahrzeuge schon heute die wirtschaftlichste Lösung.

Für Mitarbeiter, die täglich Pendelstrecken von 30 bis 50  Kilometer zurücklegen, jedoch nicht auf Reichweiten von über 300 Kilometer verzichten können, eignen sich Plug-in-Hybride. Wir wollen die vorherrschenden Hemmschwellen abbauen – mithilfe umfassender persönlicher Beratung und direkter Kundenansprache.

So sind wir im vergangenen Jahr zum Beispiel auch neue Wege gegangen und haben eine erfolgreiche Video-Kampagne gestartet, die sich auf humorvolle Weise mit den gängigen eMobility-Vorurteilen auseinander gesetzt hat.

Seitens der Bundesregierung war die Kaufprämie ein Schritt, um Elektromobilität anzukurbeln. Reicht das aus? Was fehlt?

Zusätzliche Anreize für die Integration von eMobility in Unternehmen sind auf jeden Fall sinnvoll. Doch ebenso wichtig ist eine umfassende, individuelle Beratung, in der wir gemeinsam mit dem Kunden erörtern, welche Flottenbereiche sich zur Elektrifizierung eignen und welche nicht.

Das gelingt nur in einem intensiven Austausch. Hier spielt uns die Nähe zu unseren Kunden durch unsere bundesweit acht Geschäftsstellen und persönliche Ansprechpartner in die Hände. Zudem war Alphabet in den vergangenen Jahren Partner bei verschiedenen Forschungsprojekten zur Elektromobilität.

Anhand der daraus resultierenden Informationen zum Nutzungsverhalten und der Akzeptanz in E-Fahrzeugen in Flotten konnten wir Rückschlüsse ziehen, welches elektrifizierte Antriebskonzept für welchen Zweck und Nutzertyp am besten geeignet ist. Das unterstützt uns dabei, die Bedenken gegenüber E-Mobilität weiter abzubauen und die Zukunft der Mobilität weiter voranzutreiben.

Weitere Informationen:

Bildquelle: Alphabet

Anzahl Zeichen: 6.069 Zeichen

 

 

 

 

 

 

Summary
Alphabet treibt eMobility im Flottenmanagement (Interview)
Titel
Alphabet treibt eMobility im Flottenmanagement (Interview)
Beschreibung
Ursula Wingfield, Vorsitzende der Geschäftsführung bei Alphabet Deutschland, nimmt Stellung zum Thema eMobility im Flottenmanagement.
Autor
Veröffentlicht durch
Ingenieurversteher
Logo

Teilen
Vorheriger ArtikelInnovationen und Ingenieure bei Continental (Interview)
Nächster ArtikelVon Dreckschleudern und sinnfreien Veranstaltungen (Interview)
//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung.Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur.Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur.Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert.Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here