Das Bild zeigt einen Roboter Kopf der in Verbindung mit Algorithmen (KI) kommt.
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Auf dem Weg in die digitale Welt werden auch Apotheken mit immer leistungsstärkeren Technologien konfrontiert – so auch der künstlichen Intelligenz.

Apotheker und die Digitalisierung

Amazon hat den Handel in den letzten Jahren dramatisch verändert. So wird der Wandel wohl auch an den Apotheken nicht Halt machen. Der einzige Unterschied zu einem Buchladen ist noch der persönliche Beratung des Apothekers. Oftmals haben Patienten ein Vertrauensverhältnis zu Ihrer Apotheke oder dem Apotheker aufgebaut.

Der Warnhinweis bei der Werbung von Medikamenten „Zu Risiken oder Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ soll den Patienten direkt zum Fachexperten führen. Ein guter Service und eine persönliche, individuelle Beratung werden auch in der digitalen Welt noch ihren Platz finden. Aber das Erwerben von Produkten ohne Beratung muss nicht mehr zwingend vor Ort in der Apotheke geschehen sondern wird sich zunehmend online verlagern.

Künstliche Intelligenz (KI) auf dem Vormarsch

Die verfügbare Menge an medizinischen Daten steigt exponentiell weiter. Im gleichen Atemzug werden die Algorithmen (KI) immer intelligenter. Damit werden medizinische Diagnosen immer genauer werden – und maschinell erstellt. Das mag den einen erfreuen, den anderen vielleicht erschrecken.

Das all die Informationen online verfügbar werden, ist ein großer Fortschritt und wird die medizinische Diagnose verbessern. Es ist heute leider ernüchternd, wenn man mit einem gesundheitlichen Problem drei Ärzte aufsucht.

Die Wahrscheinlichkeit, drei völlig unterschiedliche Diagnosen zu erhalten ist nicht unrealistisch. An dieser Stelle sei natürlich die Frage erlaubt, welche Rolle der Arzt, aber gerade auch der Apotheker in der Zukunft spielt. KI wird beide vorerst nicht arbeitslos machen – aber die Rollen ganz entscheidend verändern.

Angst ist verständlich

Friedemann Schmidt, Präsident „Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)“ stellte auf dem Deutsche Apothekertag (DAT) fest, dass die Digitalisierung und vor allem die wissensgestützten Entscheidungsfindung (KI) ein Thema ist, die ihm Sorge bereitet.

Natürlich gibt es viele Chancen, Risiken und offene Fragen. Zu Recht stellt er ferner fest, dass neue Technologien die Apotheken dort angreifen, was den Kern des Berufes ausmacht – den direkten Kontakt zum Patienten von Angesicht zu Angesicht.

Letzte Entscheidung Mensch

Der Verbandsvorsitzende Peter Froese merkte an, dass Apotheker den Nutzwert solcher Anwendungen nutzen, aber immer die Ergebnisse der künstlichen Intelligenz zu prüfen sollten. An dieser Stelle wird das Spannungsfeld zwischen Mensch und Technologie immer deutlicher sichtbar. Der Wunsch des Menschen, die letzte Entscheidungs-Instanz zu sein, ist nachvollziehbar.

Es wird spannend sein die weitere Entwicklung der künstlichen Intelligenz zu verfolgen. Allerdings geht es wohl eher in die Richtung, dass irgendwann die Algorithmen eigenständige Entscheidungen treffen. Wenn dann ein geistiger Vordenker wie Elon Musk vor der KI-Entwicklung warnt, dann macht das auf jeden Fall nachdenklich. Kürzlich verkündete er, dass er sich für eine proaktive Regulierung des Staates einsetzt.

Politischer Schutz vor der Digitalisierung

Bei allem Verständnis für die Sorgen der Apotheker ist es aber nicht der richtige Weg, einen Appell an die Politik zu richten. Die Forderung, dass der Gesetzgeber dafür Sorge tragen muss, die flächendeckende Arzneimittelversorgung durch öffentliche Apotheken vor Ort sicherzustellen, wird nicht funktionieren.

Man kann zu der fortschreitenden Digitalisierung stehen wie man will – nur aufhalten kann man sie nicht. Das haben bereits die Maschinenstürmer 1813 bei der Dampfmaschine gelernt.

Von Amazon lernen

Den Buchhändlern erging es bereits so, wie es vielleicht den Apothekern ergehen wird. Aber eines hat das Beispiel Amazon uns auch gelehrt. Ja, es werden sehr viele Bücher online gekauft. Diesen Trend wird man auch nicht umkehren. Aber dennoch haben einzelne Buchläden ihre Existenzberechtigung.

Das sind die Buchläden, die sich auf Ihre Kunden und ihre individuellen Bedürfnisse einstellen. Damit liefern sie dem Kunden ein Einkaufserlebnis, dass der Kunde online so nie erleben wird. So wird es auch bei den Apothekern darum gehen, die Bindung zum Kunden zu intensivieren und ihm einen Mehrwert zu liefern.

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Apotheker haben Sorge vor Digitalisierung und künstlicher Intelligenz (KI)
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Apotheker haben Sorge vor Digitalisierung und künstlicher Intelligenz (KI)
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Auf dem Weg in die digitale Welt werden auch Apotheken mit immer leistungsstärkeren Technologien konfrontiert – so auch der künstlichen Intelligenz (KI).
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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung.Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur.Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur.Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert.Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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