Der Diesel-Offenbarungseid

Das Bild zeigt eine Autobahn mit roten Rücklichtern in die eine und mit weißem Scheinwerferlicht in die andere Richtung
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Mit dem heutigen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erreicht der Diesel-Skandal einen weiteren Höhepunkt. Es liegt nun in der Hand der örtlichen Behörden, Diesel-Fahrzeuge aus der Stadt auszusperren, wenn die Grenzwerte für Stickoxide überschritten sind.

Betrogene Diesel-Fahrer

Wie auch immer sich nun einzelne Städte entscheiden, steht eines auf jeden Fall fest. Der Geschädigte ist der Fahrer eines Dieselfahrzeuges. Dieser steht nun vor einem Scherbenhaufen. Die Zulassungszahlen sind ebenso im Sinkflug wie die Wiederverkaufswerte. Obendrein wird der Diesel-Fahrer dann noch mit einem potentiellen Fahrverbot belegt. Unter Umständen kann das gerade für Selbständige tiefe Einschnitte in das Geschäftsleben als Folge haben. Die Konsumenten haben der Automobil-Industrie und den Marketing-Aussagen zum sauberen Diesel vertraut. Nun stehen sie vor dem Scherbenhaufen. Das schlimme an dieser Situation ist, dass sie von der Automobil-Industrie komplett alleine gelassen worden sind.

Großzügige Manager

Es ist aus Sicht der Automobil-Industrie clever gedacht, ein kostengünstiges Software-Update durchzuführen. Natürlich hat man kein Interesse an einem zeit- und kostenintensiven Hardware-Update. Dass es zu vertretbaren Kosten geht, hat der ADAC jüngst bewiesen. Die Großzügigkeit der Automobil-Industrie ist aber dennoch schier grenzenlos. Mit der Kaufprämie für einen neuen, nun aber wirklich sauberen Diesel, subventionieren die Herren aus Stuttgart, Wolfsburg und München den Kauf eines neuen Diesel-Fahrzeuges. Was aber, wenn der Konsument gar kein neues Auto kaufen möchte?

Glückliche Aktionäre

Es freut sicherlich das Land Niedersachsen und die Aktionäre von Volkswagen, dass sich das Unternehmen so gut erholt hat und nun schon wieder Rekordgewinne schreibt. Aber Volkswagen hat sich gemeinsam mit Daimler und BMW aus der Verantwortung gestohlen. Sie

  • haben gelogen und betrogen,
  • zeigen keine Spur von Reue oder Demut und
  • haben nicht einmal im Ansatz ein ehrliches Interesse an Wiedergutmachung.

Ehrenkodex? Fehlanzeige!

Die Herren Müller, Zetsche und Krüger sollten sich in Grund und Boden schämen – tun sie aber nicht. Sie lügen munter weiter und das auch noch mit Frechheit, Selbstüberschätzung und einem nicht mehr zu überbietenden Größenwahnsinn. Wenn Sie nur den geringsten Funken Anstand hätten, dann würden sie für Ihr Verhalten die Konsequenzen ziehen. Aber das werden sie nicht tun.

Sie besitzen eine dicke Teflon-Schicht und werden das Thema wohl gemeinsam mit dem Verband und der Bundesregierung einfach aussitzen. Die Außenwirkung dieses Trios ist im In- und Ausland verheerend. Die Zeche werden nicht die drei Herren zahlen. Das werden die Mitarbeiter der Automobil- und der Zuliefer-Industrie tun.

Nein, das sind nicht Führungskräfte, zu denen man mit Respekt aufschaut. Wir brauchen keine Müllers, Zetsches und Krügers mehr. Wir brauchen echte Manager mit Visionen – und Werten.

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Der Diesel-Offenbarungseid
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Der Diesel-Offenbarungseid
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Mit dem heutigen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erreicht der Diesel-Skandal einen weiteren Höhepunkt. Es liegt nun in der Hand der örtlichen Behörden, Diesel-Fahrzeuge aus der Stadt auszusperren, wenn die Grenzwerte für Stickoxide überschritten sind.
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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung.Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur.Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur.Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert.Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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