INFORM. Eine kulturelle Perle aus Aachen

Das Bild zeigt das Firmengebäude der INFORM GmbH aus Aachen
Bildquelle: INFORM GmbH

In dem Interview beleuchtet Adrian Weiler, Geschäftsführer von INFORM aus Aachen, unter anderem die Themen Unternehmenswerte und -kultur.

Bemerkenswerte Beispiele

Es gibt Unternehmen im Deutschen Aktienindex (DAX), die permanent von sich reden machen. Allerdings geht es bei den Unternehmen weniger um Umsatz, Ergebnis, Dividende oder Produktinnovationen. Nein, die Unternehmen Volkswagen und Deutsche Bank machen aufgrund Ihrer Unternehmens- und auch Führungskultur seit Jahren negative Schlagzeilen.

Besonders nachdenklich macht es, wenn hochbezahlte Top-Manager kommunizieren, dass sie mal eben die Unternehmenskultur ändern wollen. Eine Kultur ändert man nicht mal eben so. Die Kultur ist die DNA eines Unternehmens – sie wächst und entwickelt sich über einen sehr langen Zeitraum.

Volkswagen und die Deutsche Bank, eigentlich Leuchttürme der deutschen Wirtschaft, demonstrieren in einer sehr ernüchternden Art und Weise, wie man es in Bezug auf Unternehmenskultur nicht macht. Glücklicherweise sind diese beiden Unternehmen kein repräsentativer Querschnitt für Deutschland. Umso schöner war es zu erfahren, dass es auch anders geht.

Frühzeitig auf dem richtigen Weg

INFORM hat bereits vor drei Jahrzehnten die Zeichen der Zeit erkannt und auf Software gesetzt. Die Lösungen sind in der Lage, in Echtzeit intelligente Planungs- und Dispositionsentscheidungen zu treffen. Technologisch basieren die Lösungen auf wissenschaftlich fundierten, mathematischen Optimierungsalgorithmen aus Fuzzy Logic und Operations Research, die für das jeweilige Einsatzfeld angepasst werden.

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Die entscheidungsintelligente Software optimiert Geschäftsprozesse in der Transportlogistik, im Airport Resource Management, in der Produktion und der Material- und Warenwirtschaft bei nun mehr als 1000 Kunden.

Kontinuierliches Wachstum

Ein Blick auf die Unternehmensseite von INFORM verrät, dass hier in den letzten 30 Jahren sehr viel richtig gemacht wurde. Das Unternehmen kontinuierlich wachsen, ist nicht so ungewöhnlich. Dass es aber über einen so langen Zeitraum geschieht, ist bemerkenswert.

Des Weiteren ist Wachstum nicht gleich Wachstum. INFORM hat es geschafft, durchschnittlich 20% jährlich zu wachsen und das auch mit einem dauerhaft positiven Jahresergebnis. Heute arbeiten mehr als 600 Menschen bei INFORM aus über 30 Ländern.

Auch diese Zahlen sind bemerkenswert. Ein ständig wachsendes Unternehmen muss auch damit hinterherkommen, die Organisationsstrukturen anzupassen. Auch der hohe Anteil an Internationalität ist aller Rede wert, denn unterschiedliche Kulturen unter einem Dach harmonisch und vor allem funktionierend zu vereinen ist nicht immer selbstverständlich.

Australische Wurzeln

Die ersten Eindrücke und Gespräche im Unternehmen haben überrascht. Vieles erinnerte mehr an ein amerikanisches, als ein mittelständisches deutsches Unternehmen. Auf den Kommentar, INFORM sei ein wenig wie Google korrigierte Adrian Weiler und sagte, dass die Kultur bei INFORM keine amerikanischen, wohl aber australische Wurzeln hat.

Mit großer Begeisterung erzählte er, dass er als junger Ingenieur eine Zeit lang in Australien gearbeitet hat dort interessantes erlebt hat. Er berichtete über die australische Tee-Kultur. Regelmäßig trafen sich die Mitarbeiter an einem runden Tisch, tranken Tee und diskutierten über Themen.

Das ganze geschah in einer sehr konstruktiven, respektvollen und wertschätzenden Art und Weise. Dieses Verhalten hat ihn geprägt und er hat es nach Aachen mitgenommen. So findet man heute, ein wenig an lokale Bedürfnisse angepasst, eine Kaffeekultur bei INFORM vor. Menschen trinken gemeinsam Kaffee und tauschen sich in entspannter Atmosphäre aus.

Zylindrische Architektur

Beim Besuch auf dem Campus in Aachen nimmt man ungewöhnliche Gebäudeformen wahr. Diese erinnern ein wenig an die runden, zylindrischen BMW-Türme in München. Allerdings ist das wohl die einzige Gemeinsamkeit.

Die Gebäude in Aachen sollen nicht an den Vierzylinder im Automotor erinnern. Nein, sie haben eine funktionale Bedeutung. Adrian Weiler war sich sehr früh darüber bewusst, wie wichtig es ist, funktions- und abteilungsübergreifend zu arbeiten.

So sind die Gebäude ganz gezielt so gebaut werden. Auf einer Etage arbeiten in kleinen, runden Büros die Mitarbeiter – dicht beieinander. Alleine die Architektur soll dafür sorgen, dass man sich regelmäßig über den Weg läuft, kurze Wege hat und die Kommunikation entsprechend intensiviert.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Adrian Weiler betont, dass INFORM natürlich als Softwareunternehmen technisch geprägt ist. Er ist stolz auf seine Ingenieure, die über ein tiefes technisches Wissen verfügen. Aber im gleichen Atemzug betont er auch, dass es immer einen Gegenpol benötigt.

Es gibt halt auch die eher kreativen und weniger technischen Menschen im Unternehmen, die oftmals komplett anders denken und handeln, als es Ingenieure tun. Beide Welten zusammenzuführen ist nicht immer einfach, manchmal anstrengend, aber dennoch fundamental wichtig.

Gerade mit Blick auf immer komplexer werdende Problemstellungen wird klar, dass eine bestimmte Denkrichtung nicht zum Ziel führen wird. Der interdisziplinäre Austausch wird einen immer größer werdenden Stellenwert erhalten.

Innovation und Entscheidungen

Neben der interdisziplinären Zusammenarbeit fällt auch auf, dass die Mitarbeiter Zeit bekommen, kreative Ideen zu entwickeln. Auch an dieser Stelle wird deutlich, dass INFORM nicht ein typischer deutscher Mittelständler ist.

Den Mitarbeitern den Freiraum zu geben, Ideen zu entwickeln, ist alles andere als normal. Adrian Weiler betont, dass es aus seiner Sicht wichtig ist, gerade diese Freiräume zu entwickeln um das Potential der Mitarbeiter zur vollen Entfaltung zu bringen.

Des Weiteren fügt er an, dass dieser gesamte Prozess informell und nicht von Regularien geprägt ist. Eine Idee ist wie ein U-Boot. Irgendwann ist sie gut und das U-Boot taucht auf – aber nicht jede Idee wird erfolgreich sein, dessen ist sich auch Adrian Weiler bewusst. Das ist aber auch gut so und normal. Im Start-Up Bereich ist es oft nur eins von zehn Unternehmen, dass eine Idee erfolgreich zum Markt bringt.

Kultur als Wettbewerbsfaktor

Aber so wie die oben genannten DAX-Unternehmen die negativen Folgen einer nicht erstrebenswerten Unternehmenskultur demonstrieren, so zeigt INFORM das es auch anders geht. Das Wirtschaftsmagazin Focus Money hat im Rahmen seiner durchgeführten Studie „Deutschlands beste Jobs mit Zukunft“ INFORM zu den 491 besten Unternehmen Deutschlands ausgezeichnet, die besonders sichere und damit zukunftsfähige Jobs bieten.

Diese Auszeichnung ist eine Bestätigung dafür, die Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbindung ins Zentrum der Personalarbeit bei INFORM zu stellen. Adrian Weiler stellt nicht zu Unrecht mit Stolz fest, dass die Verweildauer von den mittlerweile mehr als 600 Mitarbeitern im Durchschnitt vierzehn Jahre beträgt.

Gut gerüstet

So blickt Adrian Weiler weiter positiv in die Zukunft für das Unternehmen, dass er in den letzten 30 Jahren mit Kompetenz und viel Leidenschaft dort hingeführt hat, wo es heute steht. Für den Weg in die digitale Welt fühlt er sich mit seiner Mannschaft gut gerüstet.

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INFORM. Eine kulturelle Perle aus Aachen
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INFORM. Eine kulturelle Perle aus Aachen
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In dem Interview beleuchtet Adrian Weiler, Geschäftsführer von INFORM aus Aachen, unter anderem die Themen Unternehmenswerte und -kultur. Weitere Informationen unter https://ingenieurversteher.de
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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung.Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur.Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur.Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert.Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.

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