Das nächste große Ding aus Dänemark – OnRobot im Interview.

[Blogtitel] Das nächste große Ding aus Dänemark - OnRobot im Interview. [Beschreibung] Der CEO von OnRobot, Enrico Krog Iversen, gibt in dem Interview einen aktuellen Ausblick über die zukünftigen Entwicklungen im Unternehmen und am Markt.  [Bildquelle] OnRobot [Bildbeschreibung] Das Bild zeigt Enrico Krog Iversen, CEO von OnRobot
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Der CEO von OnRobot, Enrico Krog Iversen, gibt in dem Interview einen aktuellen Ausblick über die zukünftigen Entwicklungen im Unternehmen und am Markt. 

Herzlichen Glückwunsch – mit OptoForce und Perception Robotics hat OnRobot zwei strategisch wichtige Zukäufe getätigt. Wird es in Bezug auf Kultur und Zeitzone schwierig, unterschiedliche Unternehmen zu integrieren?

Unser Ziel ist, der weltweit führende One-Stop-Shop für End-of-Arm-Tooling zu werden – da liegt das Arbeiten in unterschiedlichen Zeitzonen in der Natur der Sache. Um unserer Vision gerecht zu werden, brauchen wir die besten Leute aus der Automatisierungsindustrie, unabhängig vom kulturellen Hintergrund. Erst vor kurzem haben wir auch das dänische Robotik Start-Up Purple Robotics übernommen, welches unser Portfolio um eine weitere innovative Technologie – einen doppelten Vakuum-Greifer – bereichert.

Die Entwickler um Lasse Kieffer arbeiten nun in unserer zentralen Forschungs- und Entwicklungsabteilung mit. Auch beim Zusammenschluss mit Perception Robotics und OptoForce war es uns wichtig, das Wissen dort zu bündeln: Die regionalen Niederlassungen sind erhalten geblieben, aber unsere Zentrale liegt in Odense. Am Ende geht es weniger um die Integration unterschiedlicher Nationalitäten, als vielmehr um die Zusammenführung von wertvollem Knowhow.

Sie haben Universal Robots groß und erfolgreich gemacht. Es sieht so aus, als hätte OnRobot das Potential, die Erfolgsstory zu wiederholen. Oder?

Wir haben das klare Ziel vor Augen, auch OnRobot zu einem Weltmarktführer zu machen. Und das nicht nur mit kollaborierenden Greifern, sondern als zentrale Anlaufstelle für kollaborative Applikationen. Wir wollen Unternehmen alles bieten, was sie für die Automatisierung ihrer Fertigungsprozesse brauchen. Mit dem Unternehmenszusammenschluss sind wir einen großen Schritt in die richtige Richtung gegangen.

Durch die stetige Erweiterung unseres Unternehmens, zuletzt durch Purple Robotics, können wir unseren Kunden schon heute ein breites Sortiment an kollaborativen Greifern, Sensorik und entsprechender Software bieten. Damit schaffen wir einen ganz neuen Standard in der Automatisierungsbranche. OnRobot hat das Potenzial, noch viel größer zu werden, als UR es zu meiner Zeit war.

Nach Universal Robots hat Teradyne nun auch Mobile Industrial Robots unter seinem Dach aufgenommen. Könnte es langfristig nicht auch Sinn machen, dass OnRobot bei Teradyne sein neues zu Hause findet?

Wir stehen noch am Anfang und es ist viel zu früh, über Veränderungen der Führung von OnRobot zu spekulieren, die weit in der Zukunft liegen. Vielmehr sind wir offen für neue Akquisitionen, wenn ein entsprechendes Unternehmen eine Perspektive bietet, die einen Mehrwert für unsere Idee der kollaborativen Applikationen beinhaltet. Momentan konzentrieren wir uns darauf, das Unternehmen aufzubauen und unsere Vision zu verwirklichen.

Was ist das Geheimnis von Odense, dem Silicon Valley der Roboter-Industrie?

Was Odense so einzigartig macht, ist die Kombination von Unternehmen, Forschung und Lehre sowie der Gemeinde selbst. Und der Ort soll auch weiterhin Nährboden für Ideen sein: Mit der klaren Vision, aus Odense die europäische Start-Up-Hauptstadt zu machen, wird deutlich, welch starke Ambitionen von den einzelnen Akteuren ausgehen. Mit Odense Robotics verfügt die Stadt über ein bedeutendes Cluster mit beträchtlicher Stärke auf Märkten, die derzeit explodieren.

Universal Robots hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Odense zu dem Robotik-Hub wurde, den die Stadt heute darstellt. Dieses Wachstum wird heute politisch nachdrücklich unterstützt, damit noch mehr Arbeitsplätze geschaffen werden können. Das Geheimnis sind also eindeutig die Menschen, die dahinterstehen: engagierte, kompetente und zielstrebige Leute.

Was ist Ihr Ratschlag an junge Gründer mit guten Ideen – und keinem Kapital?

Jungen Gründern rate ich, niemals ihr Ziel aus den Augen zu verlieren. Gleichzeitig ist es wichtig, eine klare Marktübersicht zu haben und zu wissen, wie Mehrwerte geschaffen werden können. Und dann beginnt die Suche nach der erforderlichen finanziellen Grundlage – es steht momentan sehr viel Geld auf dem Markt zur Verfügung. Gute Ideen und zukunftsträchtige Projekte werden auch gefördert, man muss nur wissen, auf sich aufmerksam zu machen.

Auch bei Universal Robots ging es damals darum, das Potential, aber auch die Schwachstellen des Start-Ups zu erkennen und gewinnbringend umzusetzen. Es braucht eine gute Idee, der Funke muss überspringen, dann sind Investoren auch bereit, das nötige Geld und die Energie zur Verfügung zu stellen, um das Unternehmen weiterzuentwickeln.

Was tun Sie bei OnRobot, um möglichst lange den StartUp-Spirit aufrecht zu halten?

Wir behalten das Marktgeschehen und die Entwicklungen in der Technikbranche stets im Blick. Das ist wichtig, um in diesem schnelllebigen Markt keine Trends zu verschlafen. Proaktivität ist essentiell, um Bedarfe rechtzeitig zu erkennen und Lösungen zu entwickeln. Zugleich versuchen wir, jegliche Art von Bürokratie zu vermeiden. Wir wollen den Innovationscharakter erhalten und dabei weiterhin viel Gestaltungsraum für Ideen bieten. Und ein ganz einfacher Punkt: Wir reden darüber. Darüber, hungrig und am Puls der Zeit zu bleiben.

Als Innovator der ersten Stunde merkt Universal Robots nun, dass die Anzahl der Anbieter im Bereich der kollaborativen Roboter stark wächst und sich damit der Wettbewerb erhöht. Wie stellen Sie sicher, dass sie in einer sich immer schneller drehenden Welt Ihren Innovationsvorsprung halten?

Das ist eine ständige Herausforderung. OnRobot bringt die besten Spezialisten aus der Robotik-Industrie zusammen. Durch die Zukäufe von Perception Robotics und OptoForce konnten wir bereits große Synergieeffekte erzielen. Und auch die Akquisition von Purple Robotics bereichert unser Unternehmen ungemein.

Diese Kombination exzellenter Expertise, sei es hinsichtlich kollaborierender Greifer, Sensorik, Applikationssoftware oder bio-inspired Technology, treibt uns an. Solange wir über diese Expertise verfügen, die besten Leute beschäftigen und eine klare marktorientierte Strategie verfolgen, können wir weiterhin Produkte entwickeln, die Mehrwerte schaffen und den Vorsprung garantieren.

Nach dem Verkauf von Universal Robots an Teradyne hätten Sie eigentlich den Übergang in den entspannten Ruhestand einleiten können. Was treibt Sie an bzw. motiviert Sie?

Jetzt in den Ruhestand zu gehen ist keine Option für mich. Es inspiriert mich, mit intelligenten und engagierten Leuten zusammenzuarbeiten. Vor allem gibt es mir persönlich sehr viel Energie, mit jungen Firmen zu arbeiten und ein Unternehmen aufzubauen. Ich habe rein gar nichts davon, zu Hause rumzusitzen.

Bitte werfen Sie einen Blick in das Jahr 2025. Wie sieht Ihr Bild vom Unternehmen OnRobot dann aus?

Unser Plan ist, bis zum Jahr 2023 Weltmarktführer zu sein. Bis dahin haben wir das Unternehmen zu einer signifikanten Umsatzgröße ausgebaut. Das hat nicht zwangsweise etwas mit der Anzahl der Mitarbeiter zu tun. Vielmehr geht es um die Idee vom One-Stop-Shop für kollaborative Applikationen: Wir wollen sowohl im Hardware- als auch im Softwarebereich alles anbieten, was kollaborative Robotik braucht, um dem Anwender alle Vorteile der Automatisierung zugänglich zu machen.

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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung.Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur.Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur.Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert.Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.