Webasto entdeckt und nutzt die Potentiale der StartUp Autobahn

[Blogtitel] Webasto entdeckt und nutzt die Potentiale der StartUp Autobahn [Beschreibung] Dr. Gisela Linge, Director Corporate Strategy & Development bei Webasto, informiert über die Zusammenarbeit mit der StartUpAutobahn. [Bildquelle] Webasto [Bildbeschreibung] Das Bild zeigt Dr. Gisela Linge, Director Corporate Strategy & Development bei Webasto
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Dr. Gisela Linge, Director Corporate Strategy & Development bei Webasto, gibt im Interview einen Überblick über die Zusammenarbeit im Rahmen der von Plug&Play ins Leben gerufenen Initiative StartUp Autobahn.

Webasto ist Partner von „StartUp Autobahn“ – was war Ihre Motivation zur Teilnahme und wie fällt Ihr aktuelles Zwischenfazit aus?

Um unsere technologisch führende Position in der dynamischen Automobilindustrie weiter ausbauen zu können, müssen wir stets innovativ bleiben und in der Lage sein, Neues schnell umzusetzen. Dazu holen wir uns immer wieder auch externe Impulse. Im Austausch mit strategischen Partnern, Lieferanten und StartUps entwickeln wir Ideen zur Weiterentwicklung unserer Dach- und Heizsysteme und für den Ausbau unserer neuen Geschäftsfelder für Ladestationen und Batteriesysteme.

Im Netzwerk Startup Autobahn haben wir mit sehr interessanten jungen Firmen Kontakt. Seit Herbst 2017 sind wir mit dabei und haben bereits 9 Pilotprojekte abgeschlossen, aktuell laufen 32 Projekte. Das heißt: Es gibt viel frischen Wind von außen – das ist für die vielen Webasto Kollegen, die mit den StartUps zusammenarbeiten, spannend und zeigt ihnen auch persönlich neue Entwicklungsmöglichkeiten auf. Uns ist wichtig, den „Blick über den Tellerrand“ zu pflegen. In dieser Hinsicht profitieren wir enorm von unserem Engagement bei Startup Autobahn.

Gibt es bereits konkrete Lösungen, die Webasto aus den Projekten adaptiert?

Mehrere der abgeschlossenen Pilotprojekte sind bereits im Roll-out oder in Roll-out-Vorbereitung. Wir haben beispielsweise die Technologie Process Mining im Rahmen eines Piloten näher betrachtet und Stand heute ist die von einem StartUp bereitgestellte Softwarelösung bereits weltweit ausgerollt. Durch Process Mining können wir anhand von Daten, die in unseren Softwaresystemen wie z.B. SAP mitgeschrieben werden, internen Prozesse analysieren und optimieren. In einem anderen Projekt testen wir ein Sensor- und Assistenzsystem in unseren Werken und installieren nun, nach Abschluss des Pilotprojekts, mehrere Stationen für weiterführende Tests.

Ziel ist es, Mitarbeiter in der Produktion mit Fertigungshinweisen in Echtzeit zu unterstützen, Fehler zu reduzieren, Materialausschuss zu minimieren und Einarbeitungszeiten zu verkürzen. Auch weitere Pilotprojekte, z.B. eine Anomalie-Detektions-Lösung für Langzeittests unserer Standheizungen oder eine Lösung zur einfachen und schnellen Entwicklung von Apps kommen weiterhin aktiv zum Einsatz. Daneben legen wir aber auch einen Fokus auf konkrete Produktinnovationen und arbeiten mit einigen StartUps an Ideen, wie wir unsere Produkte weiterentwickeln können.

Wie sind allgemein Ihre Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit StartUps?

Insgesamt positiv. In der Szene sind viele findige Köpfe unterwegs, die sehr stark vom Kundennutzen der jungen Generationen her denken. Wir sind seit Jahrzehnten nah an den Automobilhersteller dran, wissen um deren Anforderungen und Wünsche. Daraus ergibt sich ein sehr fruchtbarer Austausch. Dazu kommt, dass die Initiative Startup Autobahn die jungen Firmen nach unseren Kriterien für uns vorselektiert und uns nur die vorschlägt, die auch für eine Zusammenarbeit mit uns infrage kommen.

Das heißt, dass wir beispielsweise schon aufgrund einer technologischen Aufgabenstellung rasch eine gemeinsame Arbeitsebene finden. Da treffen Tüftler auf Tüftler. Wegen unserer flachen Hierarchien, kurzer Entscheidungswege und unserer Hands-on-Mentalität lassen sich bei Webasto – trotz unserem hohen Qualitätsanspruch und etablierten R&D-Prozessen – schnell gute Ideen umsetzen. In dieser Hinsicht unterscheiden wir uns sicher von vielen anderen Unternehmen unserer Größe.

Das schätzen die StartUps, umgekehrt schätzen wir die Denke und Arbeitsweise von StartUps. Übrigens haben unsere Kolleginnen und Kollegen in unseren neuen Geschäftsfeldern für die Elektromobilität in der Anfangsphase auch in StartUp-Strukturen gearbeitet. Das hat sehr gut funktioniert, rasch haben wir erste Produkte zur Marktreife gebracht und erste Aufträge erhalten.

Können Sie sich vorstellen, auch in StartUps zu investieren?

Wir sind vor allem an Kooperationen und nicht an einem Investment interessiert. Gemeinsam mit StartUps – ebenso wie mit anderen Partnern – wollen wir Ideen entwickeln und auch umsetzen. Primär streben wir keine Beteiligung an den Unternehmen an, es ist aber auch nicht völlig ausgeschlossen.

Wie sehen Sie im Allgemeinen die Startup Szene in Deutschland im Vergleich z.B. mit dem Silicon Valley?

Wir sehen eine sehr interessante Dynamik von Startups in Deutschland und arbeiten bereits mit mehreren deutschen StartUps zusammen. Deren Geschwindigkeit und Lösungsorientierung ist vergleichbar mit denen amerikanischer StartUps, gepaart mit typisch deutschen „Tugenden“, insbesondere tiefer technischer Durchdringung. Das macht sie vor allem für Produktinnovationen interessant, zum Beispiel im Bereich der E-Mobilität, denn viele der StartUps sind Ausgründungen von Universitäten. Allerdings haben wir in der Einfachheit und Verfügbarkeit der Kapitalbeschaffung für StartUps in Deutschland wohl noch etwas Nachholbedarf.

Auch Webasto als Unternehmen wandelt sich dynamisch – was ist das Erfolgsrezept?

Begeisterung für Innovation, Freude an Zusammenarbeit und mutig Neues wagen – das macht Webasto aus. 1901 haben wir mit der Fertigung von Nützlichem für den Haushalt und die Feldarbeit begonnen, waren später Zulieferer von Fahrradteilen und sind seit über 80 Jahren erfolgreich in der Automobilindustrie. Wir haben technische Entwicklungen und Veränderungen des Marktes immer als Chance gesehen und sie für uns genutzt.

Aktuell verändern Elektromobilität, Digitalisierung, der Trend zum autonomen Fahren und neu in den Markt drängende Anbieter die Mobilität, und wir treiben unsere Unternehmensentwicklung weiter voran. Entsprechend unserer Doppeltstrategie Strengthening und Participating stärken wir konsequent unsere Kerngeschäftsfelder für Dach- und Thermosysteme und erschließen uns neue Geschäftsfelder, die zum Kompetenzprofil des Unternehmens passen, aktuell mit Fokus auf Elektromobilität.

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//Analyst//Blogger//Keynote Speaker// zu den Fokusthemen #Industrie40, #IoT und #Digitalisierung.Herzlich willkommen auf meinem Ingenieurversteher-Blog. Hier schreibt ein echter, aber nicht ein typischer Ingenieur.Nach einer soliden Ausbildung bei Siemens zum Feinmechaniker habe ich das Abitur nachgeholt und Maschinenbau studiert. Der Schwerpunkt Informatik im Hauptstudium war wohl der ausschlaggebende Grund, dass es mich in die Software-Industrie gezogen hat wo ich heute noch immer aktiv unterwegs bin. Für die Funktionen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement habe ich mich meine Leidenschaft entdeckt – sicherlich nicht immer typisch für einen Ingenieur.Im Rahmen meiner Diplomarbeit haben mich Themen wie „Computer Integrated Manufacturing (CIM)“ beschäftigt. Viele Aspekte sind davon heute umgesetzt. Mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft allgemein sowie dem Einzug des Internets in die Produktion stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns langfristig intensiv beschäftigen werden. Der klassische Ingenieur wird nun mit völlig neuen Themengebieten konfrontiert.Das war u.a. die Motivation für diesen Blog, die Themenbereiche Industrie 4.0 und Digitalisierung aufzugreifen und regelmäßig darüber zu schreiben – leicht verständlich und nicht technisch tief. Gerade aus diesem Zusammenhang hat sich die Marke „Ingenieurversteher“ entwickelt. Ingenieure sind in der Regel Künstler mit einem sehr tiefen technischen Verständnis. Oft sind sie allerdings nicht in der Lage, technisch komplexe Zusammenhänge leicht verständlich einer Zielgruppe zu vermitteln, die nicht über dieses tiefe technische Wissen verfügt. Um Ideen und Innovationen zu vermarkten, müssen diese in eine leicht verständliche Sprache übersetzt werden. Mit einer Vorliebe für analytisches und strukturiertes Recherchieren , der Leidenschaft für das Schreiben und der Freude am Präsentieren ist die Idee vom „Ingenieurversteher“ entstanden.